Iris Lemanczyk: Das verlorene Land. Eine Flucht aus Tibet

Das verlorene Land. Eine Flucht aus Tibet

Verlag: Ravensburger Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Jugendroman
ISBN-13 978-3-473-52373-3

Preis: aktuell keine Daten vorhanden
Der 12-jährige Tashi lebt in Tibet. Tashis Lehrer Wang ist Han-Chinese und stammt aus Shanghai. Als Tashi und sein Banknachbar im Unterricht schwatzen, werden beide streng bestraft. Tashi fühlt sich schon lange ungerecht behandelt, nur weil er Tibeter ist und beschließt, gemeinsam mit seiner Zwillingsschwester Tenzin aus Tibet nach Indien zum Dalai-Lama zu fliehen. Den anstrengenden Marsch durch die Berge über die nepalesische Grenze bis nach Indien unternehmen Kinder sonst nur mit Führern, die eine ganze Gruppe begleiten. Die erwachsenen Tibeter wissen, dass sie selbst in Indien keine Zukunftschancen haben. Nur Kinder werden aus Tibet nach Indien geschickt, damit sie dort eine tibetische Schule besuchen können. Tashis Eltern finden sich mit den Fluchtplänen ihrer Kinder ab. Im Gespräch mit Eltern und Großvater erfahren die Geschwister mehr über den Konflikt zwischen der einheimischen tibetischen Bevölkerung und den in Tibet lebenden Han-Chinesen. Tashis und Tenzins Eltern sparen ein paar Vorräte auf und verkaufen zwei Tiere, um den Kindern etwas Geld mit auf die Flucht geben zu können.

Ihr Weg führt Tashi und Tenzin zunächst ins Kloster Ganden. Ein hilfsbereiter Mönch erklärt ihnen, wie sie sich auf ihrer gefährlichen, entbehrungsreichen Wanderung verhalten sollen. Mit ihren Vorräten auf dem Rücken marschieren die Kinder durch gefrorenen Schnee, durchqueren Flüsse und klettern über vereiste Felsen. Damit ihre Flucht nicht entdeckt wird, marschieren sie meistens nachts und übernachten tagsüber in Höhlen oder im Freien. Tashi und Tenzin treffen auf bestechliche Polizisten und hilfsbereite Nomaden ehe sie schließlich Dharamsala erreichen.
Fazit
Aus der sehr ungewöhnlichen Situation, dass zwei Kinder allein aus Tibet flüchten, entwickelt Iris Lemanczyk eine glaubwürdige, spannende Geschichte. Die Autorin gibt in ihrem Kinderbuch Einblick in den tibetischen Buddhismus, vermittelt die harten Lebensbedingungen nomadischer Bergvölker und zeigt, dass hier nur überleben kann, wer sich auf den Zusammenhalt der Familie und der Dorfgemeinschaft verlassen kann. Empfohlen ab 10 Jahren.
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Vorgeschlagen von Helga Buss [Profil]
veröffentlicht am 21. Juli 2008

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