James Graham Ballard: Die Stimmen der Zeit

Die Stimmen der Zeit

Verlag: Wilhelm Heyne Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Science Fiction
ISBN-13 978-3-453-52229-9

Preis: 17,05 Euro bei Amazon.de [Stand: 30. September 2016]
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Der vorliegende Band ist der erste Teil der gesammelten Science Fiction Kurzgeschichten James Graham Ballards und umfasst die Jahrzehnte 1950 bis 1970. Ein Großteil seiner Erzählungen zeichnen sich dadurch aus, eine Destropie zu sein. Seine Erzählungen spielen in einer nicht allzu fernen Zukunft, oder aber in einer Gegenwart die nicht ganz der unseren entspricht und somit eher zu Alternativwelten zählen. Bei seinen handelnden Personen geht es immer darum, dass sie ihren eigenen Platz in der Gesellschaft finden, sich selbst ein Stück Freiheit schaffen und ihre Persönlichkeit ausleben können. Leider steht ihnen dabei der eigene wissenschaftliche Fortschritt im Weg, der gleichzeitig für einen Verfall der sozialen Werte sorgt. Der Einzelne verliert seine Freiheit, die besonders deutlich in der dritten Erzählung, Die Konzentrationsstadt, dem Leser vor Augen geführt wird. Allein schon der Gedanke an Freiheit wird als ein Zeichen von Wahnsinn gewertet. James Graham Ballard erkannte bereits in den fünfziger Jahren des ausgehenden letzten Jahrtausends, dass die Technik nicht unbedingt vereinbar ist mit dem sozialen Willen der Menschen. Er erkannte die Probleme die auftauchen werden. Ein schneller technischer Fortschritt, der den sozialen Fortschritt schnell abhängte. Dies zeigt sicher ganz gut die Erzählung Der Garten der Zeit. Ein Liebespaar lebt in einer idyllischen Villa von der Welt zurückgezogen. Während sie dort losgelöst von den alltäglichen Sorgen leben und lieben, nähert sich ein waffenstrotzender Pöbel. Wenn das Paar eine Rose aus dem Garten pflückt, bleibt die Zeit stehen und sie haben nur noch sich selbst. Allerdings kehren sie in die Gegenwart zurück, wenn die Blume welkt. Blumen spielen aber auch in anderen Erzählungen eine Rolle. In den Geschichten um Vermillion Sands gibt es singende Blumen und Kunstwerke die aus Wolken gefertigt wurden. Trotzdem sind auch diese Texte eher schwarzmalerisch veranlagt.
Fazit
Die Erzählungen aus dieser Zeit nannte Ballard selbst einmal als seine wichtigsten. In der Regel befassen sie sich mit Zeit und Raum in allen möglichen Kombinationen. In der 1961 veröffentlichten Erzählung Billenium geht es um eine übervölkerte Erde und den Fund eines freien Zimmers. Eine unglaubliche Entdeckung. In der Erzählung Chronopolis ist dann die Zeit selbst der Gegner der Menschheit. James Graham Ballard ist ein Autor, dessen Erzählungen ineinander über greifen. Sie bilden, wie die Facetten eines geschliffenen Edelsteins, für sich selbst ein funkelndes Etwas und zusammen ein großes formvollendetes Schmuckstück. Warten wir noch auf den zweiten Band.
6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne
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Vorgeschlagen von erik schreiber [Profil]
veröffentlicht am 11. Juli 2008

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