Meir Shalev: Judiths Liebe

Judiths Liebe

Verlag: Diogenes Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Belletristik
ISBN-13 978-3-257-06171-0

Preis: aktuell keine Daten vorhanden
Sejde weiß nicht, wer sein Vater ist. Er hat 3 zur Auswahl, alle 3 wollen der beste Vater sein. Vater 1 Mosche, vererbt Sejde seinen Hof, Jakob, der Vogelmann, sein Haus, der Schlächter sein Geld.
Judith verließ die Welt, die 3 Männer, die verrückt (jeder auf seine Weise) und vor allem ihren Sohn mit vielen Fragen. Wer ist der Vater, gibt es überhaupt einen Vater, warum gab sie ihm diesen Namen (bedeutet "der Greis"). Was war in ihrer Vergangenheit. Judith ist Figur ist eine unscharfe, mysteriöse, fast unrealistische, so wenig erfährt der Leser und weiß der Sohn von ihr.

Judith lebt auf Mosches Hof im Kuhstall, dort bringt sie auch ihren Sohn auf die Welt. Sie stiftet Chaos ohne wirklich daran beteiligt zu sein. Keinem der Männer fühlt sie sich hingezogen, sie erfüllt nur ihre Pflicht, die verwaisten Kinder Mosches aufzuziehen und den Haushalt zu machen. Es interessiert sie nichts anderes. Sie spricht nicht, gibt keine Antworten, stellt aber auch keine Fragen. Keinen lässt sie an sich ran, nicht mal ihren Sohn.

Sejde bekommt von Jakob 3 Mahlzeiten aufgetischt (die Überkapitel des Buches) in Abständen von ca 10 Jahren. Jakob versucht Sejde nahe zu kommen, bei der letzten Mahlzeit, an der er nicht mehr teilnehmen kann, hat er wohl aufgegeben zu hoffen, dass Sejde ihn je Vater nennen wird. Aber S nannte keinen der 3 "Vater".

Sejde ist eine interessante Figur. Sein Name machte ihn verwegen, er fordert immer wieder das Schicksal heraus um allen und sich selbst zu beweisen, dass der Todesengel einen kleinen Jungen, der "Greis" heißt, nicht mitnehmen würde. Seine Mutter hatte Recht.

Shalevs Geschichte ist eine fantastische... geheimnisvoll, voller Lebenserfahrung, tragisch, komisch und manchmal verwirrend.

Diese Geschichte besticht nicht durch Spannung, sondern durch die einmalig schöne und phantasievolle Sprache, facettenreiche und volkstümlichen Geschichten.
Diese eigentlich absurde (war es vielleicht eine unbefleckte Empfängnis) Geschichte von einem vaterlosen Sohn bezaubert durch die einfühlsame und humorvolle Erzählweise.
Fazit
Eine schöne Geschichte!
8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne

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Vorgeschlagen von Diyani Dewasurendra [Profil]
veröffentlicht am 10. Juli 2008

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