Paul Cleaves Erstlingswerk "Der siebte Tod" ist nicht zu empfehlen. Es
geht um die Aufklärung mehrerer Verbrechen eines Serienkillers, aus dessen Sicht
das Buch geschrieben worden ist. Joe, der Protagonist, der in einer
Polizeistation in Christchurch putzt, hat aus reinem Spass sechs Frauen
umgebracht. Doch es gibt sieben Tote. Die Tote Nummer Vier hat Joe aber nicht
getötet. Offensichtlich möchte ihm jemand diesen Tod "anhängen." Joe
möchte diesen "Nachahmer" finden, ihn bestrafen und ihm die restlichen
Morde anhängen.
Soweit scheint der Plot eine gute Idee zu sein. Jedoch ist der Stil außerordentlich einfach und die Handlung - anfangs durchaus spannend - wirkt vollkommen unglaubwürdig. Und zwar aus folgendem Grund: es wird nicht nur eine behinderte Kollegin - Sally - eingeführt, die sich um Joe, den angeblichen Sonderling, kümmern möchte, weil sie sich am Tod ihres Brudes schuldig fühlt. Und es wird nicht nur die - wie üblich dominante - Mutter des Protagonisten eingeführt, die ihren Sohn nicht loslassen kann und tyrannisiert. Sondern es wird eine weitere Serienkillerin eingeführt, die Joe auf die Spur kommt und ihn töten will. Warum sie dies tun möchte, bleibt unklar. Sie misshandelt ihn, tötet ihn aber nicht, obwohl sie dies ankündigt. An dieser Stelle merkt man, dass dem Autor die Ideen ausgingen. Denn die Frage, warum die Serienkillerin - sie heißt Melissa - Joe nicht tötet, sondern plötzlich von ihm ablässt und verschwindet - bleibt offen und genau dieses Verhalten ist vollkommen unglaubwürdig; zumal sich beide später noch ineinander verlieben. Insofern unterscheidet sich dieser Thriller von Werken wie James Patterson und anderen Thrillerautoren, die sich zumindest um ein Mindestmaß an Glaubwürdigkeit in der Handlung bemühen. Dies kann ich hier nicht erkennen. Auch die Charaktere bleiben seltsam blass, die Handlung ist übermäßig brutal, der Plot nicht ausgereift. Fazit
Aufgrund der an sich guten Idee und der anfänglichen Spannung vergebe ich noch
drei Punkte.
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