Alastair Reynolds: Himmelssturz

Himmelssturz

Verlag: Wilhelm Heyne Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Science Fiction
ISBN-13 978-3-453-52244-2

Preis: 0,37 Euro bei Amazon.de [Stand: 28. September 2016]
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Alastair Reynolds wir landauf, landab als einer, wenn nicht sogar bester amerikanischer Science Fiction Autor bezeichnet. Mit seinem Roman Himmelssturz bestätigt er zumindest seine gute Leistung. Nicht unerwähnt sei der Übersetzer Bernhard Kempen, der bei den meisten Buchbesprechungen unter den Teppich gekehrt wird. Dabei ist gerade ihm viel zu verdanken, wenn wir in Deutschland von Alastair Reynolds und seinen Büchern sprechen. Die wenigsten Leser greifen zur Originalausgabe und sind daher auf Gedeih und Verderb auf die Übersetzung angewiesen. Da der Autor allenthalben als gut angesehen wird, zollen wir an dieser Stelle einmal dem Übersetzer unseren Dank.
Mit Himmelssturz veröffentlicht der britische Autor einen Roman abseits seiner Weltall-Saga und geht einen neuen Weg, SF zu schreiben. Der Roman fesselt mit seiner unnachahmlichen Mischung aus Weltraumoper mit nichtmenschlichen Intelligenzen und der genial erweiterten Mischung aus Raum und Zeit. Seine Schöpfungsgeschichte stellt manch andere in den Schatten, wenn er den Aufstieg und Fall einer Raumschiffsbesatzung beschreibt. Gleichzeitig beweist der literarische Schöpfer, dass englischsprachige SF auch untereinander unterscheidet. Der amerikanische Pathos geht dem Briten dabei völlig ab. Auch lässt ihn die nach Deutschland um so stärker herüberschwappende Wir-sind-die-Helden-Amerikas Military-SF völlig kalt.
Genug der Lobhudelei, kommen wir zum wichtigsten einer Buchbesprechung, dem Roman an sich.
Im Prolog des Buches lernen wir Chromis und Rotfeder kennen, die als zwei Abgeordnete auftreten, deren Lebenserwartung weit über eintausend Jahre geht, treffen sich die Abgeordneten doch nur alle fünfhundert Jahre. Die einhundert Abgeordneten des Lindblad-Ringes wollen ihren Wohltätern aus der Vergangenheit ein Denkmal setzen und ihnen einen Gruss aus der Zukunft zukommen lassen.
Shimozu Takahasi, Parry Boyce, Bella Lind und Svetlana Barseghian sind Besatzungsmitglieder des Raumschiffes Rockhopper unter der Führung von Jim Chisholm. Die Besatzung gehört zu der privatwirtschaftlichen Gesellschaft DeepShaft und könnten grob als Prospektoren bezeichnet werden. Sie untersuchen Kometen und Meteoriten auf die Möglichkeit, wirtschaftlich auszunutzen. Dabei gilt ihr Augenmerk natürlich auf Erze, Edelmetalle und ähnliches. Rohstoffe benötigt die expandierende Menschheit in Hülle und Fülle.
Nachdem Jim Chisholm schwer erkrankte führt Bella Lind das Kommando. Jim könnte erfolgreich behandelt werden, wenn er auf dem schnellsten Weg zur Erde gebracht wird. Leider ist diese Möglichkeit zur Zeit nicht gegeben. Um Jim vielleicht später helfen zu können bleibt nur ein Weg offen. Man muss ihn in einen Kälteschlaf versenken, um ihn dann zu wecken, wenn eine Heilung wieder möglich ist.
Die Langweiligkeit sich immer wiederholender Handlungen auf einem Raumschiff wir plötzlich unterbrochen, als die Meldung hereinkommt, der Saturnmond Janus würde sich von seinem angestammten Platz im All entfernen. Die Schlussfolgerung die man daraus zieht ist die, der Mond ist das riesige Raumschiff einer nichtmenschlichen Rasse mit einem höheren Zivilisationsgrad, als die Erde gerade hat. Lediglich die Rockhopper und ihre Besatzung ist in der Nähe und könnte dem Mond folgen. Die Firma DeepShaft behauptet, der Treibstoff würde ausreichen, um eine Verfolgung aufzunehmen und trotzdem noch sicher nach hause zu kommen. Die übermittelten Berechnungen stellen sich jedoch schnell als falsch heraus, als Svetlana ihre eigenen Berechnungen durchführt und Bella Lind vorlegt. Sie macht Bella den Vorschlag, sofort umzukehren. Bella Lind stellt sich jedoch blind. Sie will von den Daten ihrer Freundin, die in diesem Fall zudem ihre Untergebene ist, nichts wissen. Bellas abweisende Haltung führt zum Bruch der Freundschaft der beiden Frauen und zur Spaltung der Mannschaft. Dieser Bruch ginge noch zu kitten, doch die Rockhopper gerät in den Sog des Reisenschiffes (erinnert mich ein wenig an Mondbasis Alpha 1 bzw. Mondbasis 1999). Was bleibt ist die Landung auf dem ehemaligen Mond.
Fazit
Das Hauptaugenmerk lag für mich in den beiden Hauptpersonen Svetlana und Bella, die sich in ihren verhärteten Positionen um keinen Deut aufeinander zubewegten. Die Handlung darum herum, die nicht Erreichbarkeit der Heimat, verschärfte die Auseinandersetzung noch. Trotzdem mussten sich beide irgendwie einigen, einen Status Quo aufrecht erhalten, damit die Besatzung arbeits- und überlebensfähig blieb.
8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne
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Vorgeschlagen von erik schreiber [Profil]
veröffentlicht am 18. Juni 2008

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