Dennis Wheatley: Meer der Angst

Meer der Angst

Verlag: Area-Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Horror
ISBN-13 978-3-89996-832-3

Preis: aktuell keine Daten vorhanden
Das 3600 BRT Schiff, dass sich durch den Sturm kämpft, ist kein Luxusdampfer, sondern ein altersschwacher Kahn, der nur wenige Passagiere mit über den Ozean nimmt. Das schwedische Schiff ‚Gafelborg’ war unterwegs von Kapstadt nach Rio de Janiero und kämpft sich bereits seit mehr als einem Tag durch den schweren atlantischen Sturm. Neben der Besatzung kämpfen auch einige Passagiere mit der See und ihrem Mageninhalt. Der Sturm ist so schlimm, dass das leck geschlagene Schiff aufgegeben werden muss. Passagiere wie Mannschaft steigt in die Rettungsboote, ohne wirkliche Rettung in Aussicht. Die Nussschalen tanzen auf den Wellenbergen, stürzen in Wellentäler und führen sich auf, wie in einer Achterbahn. Später, als der Sturm sich legte, sitzen sie in einem riesigen Tangmeer fest. Die Saragossa-See. In diesem verlassenen Teil des Atlantiks ist es schwer zu leben, und noch schwerer zu überleben. Während sie auf dem Meer Richtung Südamerika rudern treffen sie wieder auf die ‚Gafelborg’ die entgegen allen Erwartungen nicht gesunken war. Obwohl mit Schlagseite bestraft, nehmen die Überlebenden das Boot wieder in Besitz und versuchen die südamerikanische Küste zu erreichen. Doch das ist leichter gesagt als getan.
Seit Jahrhunderten verschwanden Schiffe in der Saragossa-See. Viele Menschen haben versucht dort zu überleben, auf kleinen inselähnlichen Gebilden. Die Nachkommen eines Sklavenschiffes versanken in die Barbarei und überfallen andere, deren zivilisatorisches Niveau etwas höher liegt und stehlen deren Frauen. Und die Besatzung der ‚Gafelborg’ trifft nicht nur auf Menschen. In dieser Situation sollten die Menschen auf dem alten Kahn sich zu einer verschworenen Gemeinschaft zusammenfinden, die alle nur ein Ziel haben. Doch wie es bei Menschen so ist. Neid, Eifersucht, Gier und Laster stören dieses Vorhaben. Und sobald eine Gruppe uneinig ist, ist sie angreifbar von anderen.
Fazit
Dennis Wheatley hielt sich vor allem an zwei Vorgaben. Eine isolierte Gemeinschaft, die untereinander Streit und Zwistigkeiten austragen und zum anderen einen unbekannten Fleck auf der Weltkarte, der nicht erforscht ist. Damit greift er auf erfolgreiche Ideen zurück, die bereits Henry Rider Haggard oder Arthur Conan Doyle erfolgreich beschrieben wurden. Liest man seinen Roman, kann man ihn durchaus auch in die Rubrik ‚Seemannsgarn’ stecken. Dennis Wheatley ist ein hervorragender Geschichtenerzähler. Sein antiquierter Stil und seine sonderbaren Einfälle sorgen für eine lesenswerte Abwechslung. Zwar gibt es auch Abschnitte, die dem Fortgang der Handlung gar nicht dienlich sind, aber trotzdem unterhaltsam wirken. Seine handelnden Personen, Passagier oder Besatzung, sind ziemlich einseitig und entsprechen den Vorstellungen der Leser. Alle Personen auf dem Seelenverkäufer schleppen Geheimnisse mit sich, die nach und nach dem Leser offenbar werden. Weil niemand der beteiligten Personen vom Leser wirklich zu einhundert Prozent lieb gewonnen werden, ist ein Verlust selbiger verschmerzbar.
Aus heutiger Sicht ist der Autor, der vor 110 Jahren geboren wurde und vor 30 Jahren verstarb, sicherlich nicht mehr ganz vertretbar. Trotzdem hat sich mit seinen Romanen eine spannende Unterhaltungsliteratur erhalten, die ich trotzdem gerne weiter empfehle. Dem Area-Verlag sei an dieser Stelle ein Dankeschön ausgerichtet, da der Roman seit einigen Jahren vergriffen und höchsten noch auf Flohmärkten zu finden ist.
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Vorgeschlagen von erik schreiber [Profil]
veröffentlicht am 10. Juni 2008

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