A. Lee Martinez: Eine Hexe mit Geschmack

Eine Hexe mit Geschmack

Verlag: Piper Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Fantasy
ISBN-13 978-3-492-26655-0

Preis: 0,63 Euro bei Amazon.de [Stand: 03. Dezember 2016]
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Menschenfleisch, ich rieche Menschenfleisch. Dieser Satz des Teufels im Märchen Der Teufel mit den drei goldenen Haaren ist das erste was mir wieder einfällt, nachdem ich das Buch gelesen habe. Eine namenlose Hexe mit unbändigem Appetit auf Menschenfleisch. das versprach eine gute Erzählung.
Als normales Kind geboren wirkte sich ein hässlicher Fluch nicht fördernd auf ihre Entwicklung aus. Namenlos verbringt sie ihre Kindheit im elternlichen Keller. Und das nur weil ihr Urururgrossvater von einem bösen Hexenmeister verflucht wurde hat sie das Problem als sechstes Kind der Generation dazu verflucht zu sein, als untotes, menschenfressenden Monster zu leben. Eines Tages, zu ihrem 18ten Geburtstag, kommt die grausige Edna und holt sich das arme Kind um es zu einer Hexe auszubilden. Allerdings ist die namenlose Hexe viel zu schön für eine böse Hexe. Mit dem Aussehen bekäme sie jeden Mann ins Bett. Danach wahrscheinlich auf den Teller. Aber die garstige Edna ist mit ihre falschen Warze und den SChauspielkünsten auch nicht gerade die hässlichste Hexe unter Gottes Sonne. Die Ausbildung geht gut vonstatten, bis ihre Lehrerin ermordet wird. Zurück bleibt die namenlose Hexe mit einem Dämon namens Molch im Körper einer Ente. (Diese Ausgangssituation gab es bereits in ähnlicher Form beim kürzlich verstorbenen Robert Asprin und seinem Roman Ein Dämon zuviel. siehe phantastischer Bücherbrief 485). Ein blutrünstiger, gehässiger, ständig unzufriedener Dämon als süsse Ente. Da könnte sich manch Kuscheltier eine Scheibe abschneiden.
Gemeinsamen machen sich die Hexe und die Ente auf dem Weg, um den Mord nicht nur aufzuklären, sondern vor allem zu rächen. Der lange Weg der Rache führt sie zunächst ins Fort Handfest. Dort trifft sie auf den sympathischen Weissen Ritter Wyst. Und der sieht so knackig aus, Appetit anregend, da läuft ihr das Wasser im Mund zusammen. Der Ritter ist ja soo gut und zum Anbeissen nett. Die Horde Goblins, die ihr dabei über den Weg läuft, ist erst einmal nicht so interessant. Zwar kommt es mit denen in Fort Handfest zu einer handfesten Auseinandersetzung. Auf ihrem Rachefeldzug bekommt sie allerhand Begleitpersonal, das ebenso seltsam ist, wie der Dämon in der Ente. Der weisse Ritter schliesst sich ihr an, mit Pferd, ein Besen, der Troll Gwurm und eine schlaue Füchsin. Und am Ende des Feldzuges dieser "Armee" wartet ein wahnsinniger Zauberer.
Fazit
Ein "wahnsinnig" gutes Buch mit zauberhaften Dialogen. Eigentlich jedes Gespräch mit dem zynischen Kuschelmonster, der Ente Molch, ist lesenswert. Ich werde jetzt nicht darauf eingehen, wie toll der Autor ist. Das kann ich nämlich nicht beurteilen, weil ich das Buch nicht im Original gelesen habe. Karen Gerwigs Arbeit als Übersetzerin ist durchaus gelungen. Nein, das ist falsch formuliert. Karen Gerwigs Arbeit als Übersetzerin ist Klasse. Super. Die Dame versteht ihr Handwerk. Ich denke es wird nicht immer sehr einfach gewesen sein, das Original zu übersetzen und den Sinn zu erhalten.
Martinez hingegen hat eine hervorragende Arbeit abgeliefert. Mit seinen sehr gut dargestellten Handlungsträgern wird er sehr schnell die Sympathien der Leser gewinnen. Der Erzählstil ist gut, ich hatte viel Spass beim lesen. Was will man mehr. Richtig. Mehr Lesen.
8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne
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Vorgeschlagen von erik schreiber [Profil]
veröffentlicht am 05. Juni 2008

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