Cayal ist auf dem Weg zur Hinrichtung. Seiner Hinrichtung und hofft, dass es
schnell von statten geht. Den Kopf auf dem Richtblock und dann, ab die Rübe.
Dann wäre endlich alles vorbei. Sein Wunsch nach einem endgültigen Ende wird
nicht entsprochen, denn er wird nicht geköpft. Mit der Schlinge um den Hals wird
ihm schnell klar, das wird widerlich und schmerzhaft. Und es wird keinen Erfolg
zeigen. Denn er ist einer der unsterblichen Gezeitenprinzen. Die
Verweigerungshaltung des Prinzen, am Galgen zu sterben, führt ihn in den Kerker
zurück.
Wieder im Kerker, in der Zelle für Schwerverbrecher, um seine Bluttat zu sühnen, erzählt er des Königs Spion, er habe die Bluttat nur durchgeführt weil er endlich sterben wolle. Seit der kosmischen Ebbe hat seine Magie gelitten und er ist ein wenig hilflos in seiner Unsterblichkeit. Natürlich glaubt der Gesprächspartner von Cayal kein Wort. Sind die Gezeitenprinzen doch nur alte Ammenmärchen. Er erzählt einer befreundeten Wissenschaftlerin davon, was zur Folge hat, dass Arkady Desan, Legendenforscherin und Herzogin, neugierig wird (anders ausgedrückt, wissensdurstig) und ihre Nase in die Sache steckt. Sie macht sich auf den Weg um den angeblich Unsterblichen genauer anzusehen. Neugier, dein Name sei Weib. Ungläubig folgt sie der Erzählung, die Cayal von sich gibt. Das kann lang werden, denn ein Unsterblicher Highlander (uups, das war wohl jemand anderes), denn ein Unsterblicher hat viel zu erzählen. Vor über achttausend Jahren war er selbst noch ein normaler Mensch, wenn man den Prinzen so nennen will. Sein Reich ist längst der Vergessenheit anheim gefallen. Weil er verbannt wurde, begann er eine Reise ohne Sinn und Ziel durch das Land Amyrantha, die ihn in einen geheimnisvollen Tempel führte. Dort traf er eine Priesterin und wurde nicht nur zu ihrem Geliebten, sondern auch zu einem Unsterblichen mit der Möglichkeit Magie zu wirken. Gleichzeitig fand er über die Priesterin Eingang in die Gesellschaft der sogenannten Gezeitenfürsten. Deren Hobby ist es, Mensch und Tier, aus reiner Langweile in ihrem Sinn zu beeinflussen. Dem nicht genug erschaffen die Gezeitenfürsten, die sich schon wie Götter fühlen, eigene Rassen, etwa die Crasii und die Feliden. Arkady Desan lauscht gebannt der Erzählung von Cayal und ihr wird sehr schnell klar, dass die Menschheit, so wie sie sie kennt in Gefahr schwebt. Wenn in einem Jahr, wenn die seit Jahrtausenden herrschende kosmische Ebbe zuende geht, erstarken die anderen Unsterblichen wieder und könnten die Macht an sich reissen, die Menschen würden möglicherweise zu willenlosen Marionetten herabgestuft oder noch schrecklicheres. Arkady Desan lässt Cayal frei, in der Hoffnung mit seiner Hilfe etwas gegen die drohende Gefahr unternehmen zu können, ohne zu ahnen, dass das Unheil bereits seinen Lauf nimmt. Fazit
Die neue Erzählung der australischen Autorin Jennifer Fallon fesselt den Leser
von Beginn an. In einer guten Mischung aus romantischer Liebesgeschichte und
fantasievollem Abenteuer wird aus verschiedenen Sichtweisen eine Erzählung
vorgestellt, die unterhaltsamer nicht sein kann. Eine Welt wird vor den Augen
der Leserinnen ausgebreitet, mit Völkern und deren Persönlichkeiten, mit
Gefahren und Freude. Schritt für Schritt wird man in die ungewöhnliche Welt der
Gezeitenfürsten eingeführt, nur um schnell zu erkennen, der Ärger, der noch
kommen wird, wird riesig sein. Wer als Leser jedoch actionreiche Fantasy
erwartet mit Schlachtengetümmel und ähnlichem mehr, wird nicht unbedingt stark
enttäuscht sein, weil die Handlung stetig voranschreitet und keine Hänger
bietet.
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