Tanita wächst bei ihren Eltern auf einem Kleinbauernhof auf. Erst im Alter von
fünf Jahren darf sie mit auf den Markt in der nahen Stadt. Dort steht der Tempel
der grossen Göttin. Von Anfang an ist sie von diesem Tempel gefesselt. Kurz
bevor es nach hause geht, besucht sie den Tempel und hört den Ruf der grossen
Mutter und ein Hohepriester erkennt etwas in ihr, dass ihr zu denken gibt. Warum
sagt er meine Tochter zu ihr?
Sieben Jahre später ist es so weit. Der Hohepriester lässt Tanita durch den Priesterjüngling Akin abholen. Als Auserwählte der Göttin muss sie von nun an im Tempel dienen. Hier erfährt sie nicht nur, dass sie eine Zwillingsschwester namens Irida hat, sondern auch ihre wahre Herkunft. In Wirklichkeit ist sie ein Drachenkind. Die Geheimnisse am ersten Tag, die ihr erzählt werden, reissen nicht ab. Sie lernt den alten, weisen Drachen Abukir kennen. Und ihn macht sie verantwortlich dafür, dass ein schwarzer Drache, der so aussah wie Abukir, ihr Elternhaus in Schutt und Asche legte. Das ist aber noch nicht alles. In der Drachengestalt, die sie immer dann erhält, wenn sie durch die Feuersäule fliegt, gelangt sie in ein anderes land, der Heimat der Göttin. Als Drachen greifen sie arme Bauern an. Selbst als Kind einer Bauernfamilie aufgewachsen, lernte sie Hunger und Not kennen. Die Ausrede die ihr gegenüber gebraucht wird, ist, die Menschen sollen aus dem Land der Göttin abziehen. Schnell erkennt sie die Verlogenheit der Hohenpriester. Es gibt also Menschen und Drachen und die Priesterschaft, die Basriten. Jene sind diejenigen, die die Befehle an die Drachen weiter geben. Bei einem weiteren Einsatz nur mit Akin wird Tanita gefangen und in einen Zirkuswagen gesteckt. Zur Freude und Gaudi der Besucher. Fazit
Mit der Gestaltwandlerin Tanita erschuf Melanie Metzenthin ein gefühlsstarkes,
zwölfjähriges Mädchen. Sie muss sich in einer fremden Welt durchsetzen, mit viel
Verständnis der kleinen, fast rechtlosen Bauern, Reisenden und Handwerker. Zwar
war mir bereits nach der Hälfte der Erzählung klar, wie sie enden wird, doch
habe ich den Roman gern gelesen. Ich kann ihn für Jugendliche ab zehn Jahre
bedenkenlos empfehlen.
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