Alice ist die 26jährige Autorin, die diese Erzählung niederschrieb, aber gleich
bekannt gibt, dass es nur ein Pseudonym ist. Sie gibt, laut Einleitung, hier
ihre intimsten Gedanken und Erlebnisse Preis, will jedoch nicht erkannt werden.
Also hat sie alle Namen in dieser 'Zwei-Nächte-Erzählung' geändert. Die
Ich-Erzählerin wohnt über einer Garage in dem Haus, wo ihre Freundin Serena mit
ihrem Mann Charlie wohnt. Als die beiden in den Urlaub fahren, wird Alice zu
einem Haus-Sitter. Das Haus steht etwas abseits nahe am Wald. Doch das Leben ist
nicht so einfach, wie sie sich das vorstellt. Gegen Mitternacht tritt ein
Fremder aus dem Wald heraus. Er badet nackt im hauseigenen Swimming-Pool,
beobachtet sie durch die Fenster und provoziert Alice, indem er sich vor der
Terrassentür selbst befriedigt. Für Alice beginnt damit ein mörderischer
Albtraum mit einem fatalen Ablauf von Vergewaltigung bis hin zum Kannibalismus.
Hilfe scheint nahe, als ein junger Mann anruft, der sich verwählt hat. Tony
wollte lediglich seine Ex-Freundin Judith anrufen, damit sie wieder zusammen
finden. Tony verwählt sich und hat Alice am Telefon, die von einem fremden Mann
berichtet, und ihrer Angst. Er erklärt sich sofort bereit, bei ihr vorbei zu
kommen und ihr hilfreich zur Seite zu stehen. Dumm nur, dass ihn Alice für den
Einbrecher hält. Tony findet mit einem Säbel im Schädel einen nicht sehr schönen
Tod. Die Vergangenheit von Alice, selbst eine skrupellose Psychopathin, ist
nicht gerade Gesellschaftskonform. So verzichtet sie gern darauf, die Polizei zu
benachrichtigen. Statt dessen versucht sie, den toten Mann spurlos verschwinden
zu lassen. Allerdings muss sie dabei nicht nur die Leiche entsorgen, sondern
auch dafür sorgen, dass sein Telefon in ihre Hände fällt. Dort könnte per
Wahlwiederholung herausgefunden werden, wen er angerufen hat. Sie fährt also den
Wagen von Tony in dessen Tiefgarage. Dabei fällt ihr ein, dass es noch dieses
oben genannte Telefon gibt. Allerdings verwechselt sie die Adresse und landet
bei Judith.
Die Lawine die sie mit dieser Aktion ins Rollen bringt, entpuppt sich als ein Gefühlserdrutsch gigantischen Ausmasses, der ihre Kaltblütigkeit zu verschütten droht. Fazit
Das Buch aus der Reihe Heyne Hardcore, ist durchaus gut geschrieben, aber die
Lobhudeleien bekannter Autoren übertreiben. Für nicht erwachsene Leser, ich
verzichte auf eine Altersangabe, da manch dreissigjähriger noch nicht erwachsen
ist, ist der Roman durchaus schwere Kost. In vielen Fällen versuchen Leser die
Bücher des Autoren als Horror abzustempeln. Ich persönlich bin eher geneigt, das
Buch, wie auch andere Werke von Richard Laymon, in Richtung psychologischen
Thriller einzuordnen. Zum Inhalt seiner Erzählungen gehört es, Sex und Gewalt
ausschweifend zu beschreiben und die Leserschaft damit zu schockieren. Dabei
schreibt er locker und flüssig, mit satirisch überzogenem Zynismus und Ironie.
Die sich überschlagenden Ereignisse werden von ihm schnell und so zielbewusst
erzählt, dass weder die Ich-Erzählerin noch der Leser richtig zum nachdenken
kommen.
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