Herbert W. Franke: Cyber City Süd

Cyber City Süd

Verlag: dtv [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Science Fiction
ISBN-13 978-3-423-24470-1

Preis: 0,98 Euro bei Amazon.de [Stand: 29. September 2016]
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Die Stadt Cyber City Süd ist ein Moloch, ein modernes Vergnügungszentrum mitten im Orient. Wie jede Großstadt hat auch diese ihre Probleme mit den Menschen. Die einen wollen in Ruhe Leben, die anderen suchen ihr Vergnügen und wiederum andere wollen nur von den Menschen leben, indem sie ihnen etwas verkaufen oder stehlen. Ein Problem, dass alle betrifft ist jedoch das Wasser. Die bestehenden Vorräte neigen sich ihrem Ende entgegen und daher müssen neue Quellen erschlossen werden.
Ein anderer Handlungsstrang beschäftigt sich mit den geheimen Drahtziehern einer Untergrundorganisation im Hintergrund, die darauf aus sind, die Stadt zu übernehmen.
Majda hingegen ist eine junge Frau, die auf der Suche nach ihrem Vater ist. Bevor seine Verbindung nach hause abriss, war er in der Gegend um Cyber City Süd unterwegs. Seither gilt er als verschollen. Beruflich war ihr Vater mit der Wasserversorgung beschäftigt. Frits Barbach ist ein Experte darin, Wasser dort zu finden, wo es gebraucht wird und den Fund zu erschließen. In der Nähe der Stadt ist er unterwegs, als das Atlantische Bündnis die Stadt wegen verbotener Forschung durch das Militär besetzt, in der Politik jedoch befreit wird. Während dieser Aktion wird er von einem einheimischen Elitetrupp entführt und seither nicht mehr gesehen. Als Majda Jahre später in der Stadt eintrifft, erliegt sie dem Zauber aus tausend und einer Nacht, denn hier gehen alle Wünsche in Erfüllung. Durch die ehemaligen Befreier und viel Geld veränderte sich die Stadt. Auf ihrer Vergnügungstour nimmt sie die Leser unfreiwillig mit und diese lernen, ebenso wie die Hauptperson, die Stadt kennen. Mit Hilfe modernster Projektoren werden alle nur denkbaren Vergnügungen bereit gehalten. Auf ihrem langen Weg durch die Stadt gerät sie in einen Strudel der Unterhaltungsindustrie und sie ist hin und her gerissen zwischen dem Wunsch, ihren Vater zu finden, sich den Verlockungen des Molochs Großstadt hinzugeben und ihren immer geringer werdenden Geldreserven. Während ihres langen Aufenthaltes und der ebenso langen Streifzüge lernt sie nicht nur die Stadt, sondern auch Khalid kennen. Khalid verliebt sich in Majda und ist ihr bei ihren Nachforschungen behilflich. Dabei geraten beide in einen sehr bedrohlichen Kreislauf auf Täuschung und Wahrheit.
Ghory ist ein ausgebildeter Freiheitskämpfer. Er wurde jahrelang dazu erzogen und trainiert, damit er eines Tages die verderbliche Stadt von ihren Besatzern befreit. Dafür ist er bereit zu kämpfen und zu sterben. Die Zeit der Befreiung scheint endlich gekommen zu sein. Doch nicht alles scheint so zu sein, wie es muss. Der eigentliche Vordenker der Geheimgesellschaft starb und Ghory ist der Meinung, das der Tod nicht mit rechten Dingen vor sich ging. Auf der Suche nach Antworten trifft er auf einen anderen Zweifler. Die Frage die sich er und damit die Leser stellen ist, was sollen se tun? Was können sie tun?
Fazit
Der Roman Cyber City Süd ist ein politisch-sozialer Zukunftsroman mit Krimi-Elementen. Das zeigt sich vor allem ab dem Zeitpunkt, wo Majda unbequeme Fragen stellt. In seiner Art ist der Roman durchaus modern und aktuell. Die Fragen die Herbert W. Franke aufwirft sind solche, die sich mit der Befreiung eines Landes und dem Schutz der einheimischen Bevölkerung beschäftigen. Eine der ungenannten Fragen ist die, ob ausländische Mächte wirklich dazu berufen sind. In der Regel wollen die Menschen doch von niemanden Befreit werden, und auch nicht unterdrückt. Denn jede Art von Befreiung bringt es mit sich, sich den drückenden Regeln eines anderen anzugleichen. Und letztlich wird Geschichte nur von Siegern geschrieben. Manch einer wird den Roman vielleicht als langweilig betrachten, mit Informationen überladen, die niemand wirklich braucht. Ich hingegen halte die Beschreibung seiner Stadt für eine wichtige Sozialstudie, basierend auf dem jetzt und heute mit einem Ausblick auf die Welt von morgen. Und diese Welt ist gar nicht so weit weg. Herbert W. Franke beschreibt futuristische Welten die in Einzelheiten ausgearbeitet wurden, die trotzdem große Ähnlichkeiten mit heute haben.
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Vorgeschlagen von erik schreiber [Profil]
veröffentlicht am 09. Mai 2008

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