Die Zahlenmystik ist ein weites Feld und so ist es nicht verwunderlich, wenn
statt der bekannten 666 auch die 616 als Zahl des Teufels genannt wird. In
diesem Zusammenhang sei nur einmal auf das Jahr 1998 verwiesen, das die 666 drei
mal enthält und bei vielen Gruppierungen einen wahren Zahlenmystik-Boom
auslöste.
Die Hölle ist überall steht auf dem Sarg, allerdings sieht man diese Inschrift erst, wenn man den Sargdeckel abhebt und auf die Innenseite schaut. Dies geschieht, als die katholische Kirche den Sarg eines Priesters öffnet. Das Ziel der Heiligsprechung von Don Higinio wird erst einmal nicht erreicht, denn das Skelett des friedlich Entschlafenen ist vollkommen zertrümmert. Der Bischof, der Priester und der Jesuit Albert Cloister werden in dem Dorf natürlich bestaunt, doch wäre es wahrscheinlich besser gewesen, den Sarg nicht zu öffnen, denn die Totengräber erzählen die entsetzliche Tat überall herum. Mit dem Jesuit Albert Cloister lernen wir einen jungen Mann kennen, der an der Homosexualität seines Vorbildes, den vier Jahre älteren Bruder zerbricht. Er schliesst sich den Jesuiten an und lernt dort weiter, bis er schliesslich von der päpstlichen Kongregation auserwählt wird. Seither gehört er zu den Menschen, die dafür zuständig sind, die Heilig- und Seligsprechung von Menschen zu prüfen. Der neue Auftrag bringt ihn an den Rand des Wahnsinns. Ja er erschüttert die Grundfesten seines Glaubens. Schon seit einigen Jahren forscht er ganz bestimmten Ereignissen nach. Nahtoderlebnisse, die darauf hindeuten, dass der Mensch dem hellen Licht folgt und doch getäuscht wird, weil sich das Licht verändert zu blutrot und sich dahinter ein unbeschreiblich Böses versteckt. Albert Cloister wird mit dem neuen Auftrag und der Leiche von Don Higinio immer tiefer in einen Vorgang verwickelt, der ihn in Alkohol- und Drogenabhängigkeit führt. Ein Leben wird zerbrochen. In vielen kleinen Schritten, deren Höhepunkt ein paar Koordinaten sind, verliert der Jesuit den Glauben an seinen Gott. Fazit
Die beiden spanischen Autoren haben einen gekonnten Mystery-Thriller
geschrieben. Es ist gleichzeitig ihr erster Roman, der in Deutsch erscheint. In
Spanien selbst veröffentlichten David Zurdo Saíz und Angel Gutiérrez bereits
mehrere Romane und ich hoffe, dass der Knaur Verlag auch diese veröffentlichen
wird. Die beiden Wissenschaftsjournalisten beweisen, dass sie ihren Beruf ernst
nehmen und für den Roman gekonnte Nachforschungen anstellten.
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