Ist die Story aus Hameln eine große Verschwörung? Terry Pratchett könnte uns das
glauben machen. Denn "Maurice, der Kater" zieht durch die Lande,
zusammen mit einer Horde Ratten und einem Jungen samt Flöte. Dass sich dahinter
jedoch eine geniale Geschäftstaktik verbirgt, merkt man erst, wenn die
Verhältnisse klar werden: Kater und Ratten können sprechen, und laut Maurice'
Ehrenkodex isst er keine sprechenden Lebewesen - schade für ihn, gut für die
Story. Denn so kann der Leser miterleben, was der Gruppe in Bad Blintz
passiert.
Bislang reisten sie mit einem klaren Konzept umher. Ratten tauchen in der Stadt auf, ein Flötenspieler bietet sich an und sorgt dafür, dass sie wieder verschwinden - gegen Geld, versteht sich. Doch in Bad Blintz geht die Rechnung nicht auf: Die dortigen Rattenfänger sind um einiges aggressiver und liefern täglich Rattenschwänze ab, ebenso gegen Bares. Eine noch viel größere Gefahr als die Fänger lauert aber noch in der Unterwelt des Ortes... Fazit
Grandios. Das ist mittlerweile das dritte Buch von Pratchett, das ich lese, und
es gefällt mir am besten. Seine Bücher zeichnen sich durch eine ganz eigene
Handlungswelt, die Scheibenwelt, aus, in deren Entstehung viele klassische
Fantasyromane, Märchen und Legenden Einzug gehalten haben - aber immer mit
sarkastischem Unterton. Wer hätte beispielsweise die Rattenfänger-Sage besser
begründen können? Zum Lesen einfach nur ein Genuss!
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