Jürg Häusermann: Journalistisches Texten. Sprachliche Grundlagen für professionelles Informieren

Journalistisches Texten. Sprachliche Grundlagen für professionelles Informieren

Verlag: UVK Verlagsgesellschaft [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Dokumentation
ISBN-13 978-3-89669-463-8

Preis: 4,25 Euro bei Amazon.de [Stand: 25. September 2016]
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Das Handwerk des Journalisten will gelernt sein, zumindest, wenn man den Anspruch vertritt, Qualität zu liefern und nicht die Reproduktion des immer Gleichen. Dazu gehört auch die Fähigkeit, kritisch mit eigenen Texten und den Schriften anderer zu operieren und sich präzise verständlich zu machen. Der Autor des vorliegenden Buches gibt sich hier als Vertreter des gekonnten einfachen und damit informativen Stils. Anhand unzähliger Beispiele erläutert er, wie gutes und informatives Schreiben aussehen sollte.

Daß er Kenner der journalistischen Stilmittel ist, beweisen die Ausführungen, wie diese Mittel am besten einzusetzen sind. Es geht um direkte Rede (100), indirekte Rede (106), Interviews in schriftlichen Medien (121) oder spezifische Techniken des Mithörens und Mitschreibens. (126) Der Anspruch, ein Leitfaden für die praktische Empirie zu sein, stellt eine besondere Leistung des vorliegenden Buches dar, denn ihm trägt der Autor Rechnung. Für nahezu jede denkbare Einzelsituation praktischen journalistischen Schreibens findet der Leser hier anwendbare und annehmbare Richtlinien und Vorschläge.

Viele Autoren, die regelmäßig Überschriften, Fließtexte, Bildunterschriften und dergleichen verfassen müssen, können gewiss davon berichten, daß dies nicht immer so leicht von der Hand geht, wie man meint - selbst für Profis nicht. Oft fehlt die Zeit am Arbeitsplatz, man bastelt sich Texte zurecht, bedient sich hier und dort, und merkt nicht, daß Zeitdruck auch qualitätsmindernd wirkt. Bedeutsam sind vor diesem Hintergrund speziell die Anleitungen unter der Rubrik "Einstiegshilfen: Zum Lesen motivieren" (151ff.). Hier geht der Autor u.a. auf die Bilderauswahl und Bilderunterschriften ein, was derartig ausführlich bisher kaum getan wurde. Ausgehend von der Frage, was eigentlich journalistisches Schreiben ausmacht, über die adäquate Auseinandersetzung mit verschiedenen Texten, schlägt er einen Bogen zu der Problematik, wie man eigene und fremde Texte sinnvoll und ernst beurteilt.

"Dieses Buch wendet sich an Journalisten und Journalistinnen, die sich mit der Sprache auseinandersetzen wollen. Es regt anhand vieler Beispiele an, über den Sprachgebrauch zu reflektieren. Seine Schwerpunkte liegen im Spannungsfeld zwischen eigenen und fremden Texten, eigenen und fremden Positionen." (11) Damit ist ein wichtiges Thema abgedeckt, denn journalistische Texte entstehen tatsächlich zumeist aus fremden Texten, Presse-Erklärungen, Interview-Antworten oder Textbausteinen. Die im Buch enthaltenen reizenden Illustrationen und Faksimiles bieten eine gründliche Unterstützung beim Lesen. Viele Tipps für die verschiedenen Formen der Textkritik (95ff.) - vom Gegenlesen bis zur Blattkritik - runden das Werk ab.
Fazit
Es ist ein sinnvolles Buch für alle beruflichen und freizeitlichen Schreiber.
8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne

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Vorgeschlagen von Daniel Bigalke [Profil]
veröffentlicht am 10. Februar 2008

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