Philip Reeve: Mortal Engines. Krieg der Städte

Mortal Engines. Krieg der Städte

Verlag: Ravensburger Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Jugendroman
ISBN-13 978-3-473-58342-3

Preis: aktuell keine Daten vorhanden
Im 35. Jahrhundert existiert die uns bekannte Welt längst nicht mehr; sie wurde bereits vor Jahrhunderten in einem 60-Minuten-Krieg verwüstet. Es herrscht das Prinzip des Städte-Darwinismus. London (eine Konstruktion ähnlich einer 600m hohen Hochzeitstorte mit der St. Pauls Kathedrale als elegantem Abschluss) bewegt sich auf Raupenketten durch die Landschaft und stillt den Rohstoff- und Energiehunger der Stadt beim Jagen und Verschlingen kleinerer Orte. Ein verschlungener Ort wird ausgeschlachtet, seine Bewohner im gefräßigen London eingebürgert. Bis auf Gegenstände, die gelegentlich von Archäologen gefunden werden, scheint von den Kenntnissen vergangener Jahrhunderte nichts überliefert zu sein. Die Bedeutung dieser archäologischen Funde kann von der Zunft der Historiker nur selten geklärt werden. Außer Arbeitern, die die Verwertung der verschlungenen Orte steuern, und Historikern gibt es noch die wenig angesehene Zunft der Ingenieure. Diese Zunft hat es zum allgemeinen Ärger noch nicht fertig gebracht, das durch die Landschaft rumpelnde Gebilde so zu federn, dass seine Bewohner nicht seekrank werden. Die Historiker haben sich mit ihren Funden und Staubwedeln in die Museen der Stadt zurückgezogen und halten sich selbst für die überlegene Zunft. Im Naturkundemuseum erhält der elternlose Tom Natsworthy als Lehrling dritter Klasse eine Ausbildung zum Historiker.

Als Hester Shaw versucht, den leitenden Historiker Taddeus Valentine zu töten und Tom ihm zu Hilfe kommen will, fällt der Historiker-Lehrling von der Stadt herab ins Niemandsland. Hester macht Valentine dafür verantwortlich, dass ihre Eltern vor Jahren als Staatsfeinde ermordet wurden. Sie selbst überlebte den Anschlag schwer verletzt. Gemeinsam mit Hester wird Tom in einen gnadenlosen Vernichtungskrieg um die Vorherrschaft der Stadt auf der Erde verwickelt. Unter der Führung ihres fanatischen Oberbürgermeisters Crome zieht London alle Register, um Tom, Hester und eine Gruppe von Anti-Wanderungs-Aktivisten zu vernichten. Auch Valentines Tochter Katherine will das Geheimnis um Hester enträtseln. Dabei macht sie sich Oberbürgermeister Crome zum Gegner. Katherine erfährt, dass ihr Vater nicht der harmlose, neutrale Wissenschaftler ist, für den sie ihn bisher gehalten hatte. Während Tom sich unter Hesters Führung in der Welt außerhalb Londons bewähren muss, leisten hunderte von Kilometern weiter östlich in der Mauerstadt ein paar Unentwegte Widerstand gegen die Vorherrschaft der Städtefresser.

Alle Bände der Reihe "The Hungry City Chronicles" (Mortal Engines, Predator's Gold, Infernal Devices und A Darkling Plain) liegen schon auf Englisch vor; Mortal Engines erschien zuerst 2003 bei Anrich.
Fazit
Im ersten Band seiner Serie führt Philip Reeve uns in eine lebensfeindliche post-apokalyptische Welt. Der Moloch London verfolgt seine Gegner erbarmungslos; Tom, Hester und Katherine müssen manch lebensgefährliche Situation meistern. Reeves Charaktere erhalten Gelegenheit, die sozialen Folgen und die Widersprüche des Systems zu durchschauen. Auch wenn die Welt schon fast in Scherben liegt, pflegen Reeves Protagonisten ihre britische Lebensart und wissen eine gute Tasse Tee zu schätzen. Die Handlung ist spannend; technische Details von Luftschiffen, amphibischen Städten und Maschinenkriegern werden liebevoll ausgearbeitet. Durch die Bewegung Londons in östliche Richtung richtet der Autor die Aufmerksamkeit seiner Leser auf bisher unbekannte Völker und weckt Neugier auf die Folgebände.
8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne
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Vorgeschlagen von Helga Buss [Profil]
veröffentlicht am 10. Februar 2008

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