David Clement-Davies: Wolfsaugen

Wolfsaugen

Verlag: Beltz & Gelberg [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Jugendroman
ISBN-13 978-3-407-78611-1

Preis: 0,71 Euro bei Amazon.de [Stand: 03. Dezember 2016]
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Die Wölfin Palla und ihr Gefährte Huttser sind in den Karpaten unterwegs. Die beiden Alpha-Wölfe leben in Transsilvanien zur Zeit als türkische Truppen auf dem Vormarsch nach Europa sind. Gegenspielerin von Pallas Rudel ist die Wölfin Morgra, von der gemunkelt wird, sie solle "die Gabe" einer Heilerin und Seherin haben. Auch Huttsers Tochter, der weißen Wölfin Larka, sagt man eine besondere Gabe nach - sie kann die Welt aus der Vogelperspektive sehen. In dieser unruhigen Epoche sind verschiedene Gruppen von Wölfen in gegenseitige Kämpfe verstrickt. Hunde, Dachse und Wölfe hatten sich bis dahin als Verwandte empfunden und konnten sich miteinander verständigen. Dieses Gleichgewicht wird durch Menschen bedroht, die zahme Hunde halten und zur Jagd abrichten. Einer der vielen Mythen, den man sich bei Wolfs erzählt, ist eine Legende über ein geraubtes Menschenkind. Dieser Raub könnte der Beginn der Feindschaft zwischen Wölfen und Menschen gewesen sein.

Clement-Davies erzählt eine spannende phantastische Geschichte aus der Welt der Wölfe. Seine Wölfe verwölflichen aus ihrer Sicht die Menschen. Sie beobachten, dass Menschen in Menschenbauten wohnen und sich die Pfote halten. Stärker noch vermenschlicht der Autor seine Wolfgestalten. Clement-Davies Wölfe haben eine lange Tradition mündlicher Überlieferung und sie zeigen starke Emotionen wie Hass, Rache, Treue und Mitgefühl. Die lebendigen Dialoge zwischen den Wölfen geben der Handlung Tempo, doch sie vernachlässigen andere Sinne, mit denen sich Wölfe verständigt haben könnten. Das Leben im Rudel und die Instinkte der Tiere spielen in der Geschichte nur eine geringe Rolle. Sehr ansprechend finde ich die Naturschilderungen des Autors, seine Beschreibung des Öko-Systems und der Nahrungskette.
Fazit
Clement-Davies spielt mit Wolfs-Klischees, indem er seine Figuren richtigstellen lässt, dass kein Wolf je den Mond angeheult hätte. Seine eigene Schilderung vom Umgang einer Wölfin mit einem Menschenjungen und seine Darstellung von Liebe und Leid in den Wolfsclans sind nicht frei von Klischees. "Wolfsaugen" ist eine spannende, streckenweise grausame Geschichte, die die Tradition der Säugetier-Phantastik fortführt. Abenteuer aus dem Maulwurfshügel und aus dem Fuchsbau gab es bereits.
6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne

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Vorgeschlagen von Helga Buss [Profil]
veröffentlicht am 04. Februar 2008

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