Colette: Claudine erwacht

Claudine erwacht

Verlag: Econ Ullstein List Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Belletristik
ISBN-13 978-3-548-25516-3

Preis: 2,12 Euro bei Amazon.de [Stand: 01. Oktober 2016]
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Claudine erwacht ist der 1.Teil von 4 Romanen über Claudine.
Diese Geschichte spielt Anfang des letzten Jahrhunderts von einem Ich-Erzähler berichtet. Claudine führt diese Geschichte in Form eines Tagebuchs

Claudine, 15 Jahre alt, Tochter eines "Schneckenmanns" (wirklich viel mehr erfährt man auch nicht) steht mit anderen Mädchen, die ihrer Meinung nach unter ihrer Würde sind, kurz vor der Abschlussprüfung.

In der kurzen Inhaltsangabe im Buch wird Claudine als "neugierig, phantasievoll, unschuldig und unbefangen" beschrieben. Der Eindruck, den sie in der Geschichte vermittelt:
Claudine ist hinterhältig, egoistisch und verzogen, hat vor keiner Menschenseele Respekt und behandelt alle in ihrer Umgebung wie es ihr gefällt- meistens aber mit Verachtung und einem schadenfrohen Grinsen über deren Minderwertigkeit. Sie verteilt Prügel wie andere Blumen, wenn eine Kameradin ihre Nerven strapaziert und erfreut sich am Unglück der anderen.
Aber auch die anderen Charaktere sind keine Sympathieträger, höchsten bemitleidenswert. Da ist zum Beispiel Marie, eine Klassenkollegin, höchst ungeschickt und nahe am Wasser gebaut aber kann keiner Menschenseele was zu Leide tun. Oder Anais, eine brutale Bohnenstange, die vor Neid schon chronisch gelb ist, weil Claudine immer besser und schöner ist als sie.
Claudine ist die Klassenbeste, die Schöne mit der lieblichen Stimme, keiner ist ihr gewachsen.

Das Internat wird von Mm.Sergent geleitet, unterstützt von der Hilfslehrerin Mm. Aimée, an der Claudine reges Interesse zeigt, sie dann aber verachtet weil Aimée eine Liebesbeziehung mit Mm. Sergent beginnt (was ich schon als sehr gewagt empfinde, aber Colette schämt sich keiner anzüglichen Bemerkung. Der Hausarzt, der einwenig zu oft nach dem Besten bei den Schülerinnen sieht, zeigt unverschämt sein erotisches Interesse an Claudine und diese weiß ihre Augen aufzuschlagen, dass der Distriktskandidat vollends seine eh schon minder vorhandene Fassung verliert).

Die Geschichte endet damit, dass die Mutter Sergent dahinter kommt, dass ihre Tochter (Mm Sergent) eine Affäre mit dem Distriktkandidaten hat und am Ball Radau schlägt.
Gefundenes Fressen für Claudines Schadenfreude.
Fazit
Eine "Hanni und Nanni"-Schul-Geschichte sollte man nicht erwarten, aber so was Dreistes und Unsympathisches wie Claudine ist mir noch nie untergekommen. Man (besser gesagt ICH) wartet als Leser regelrecht, dass sie selbst mal so richtig auf die Nase fällt, aber immer geht sie als die Glorreiche davon.
Im 2.Teil enflieht Claudine der ländlichen Einöde nach Paris...
2 Sterne2 Sterne2 Sterne2 Sterne2 Sterne2 Sterne2 Sterne2 Sterne2 Sterne2 Sterne

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Vorgeschlagen von Diyani Dewasurendra [Profil]
veröffentlicht am 01. Oktober 2007

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