Marlene Röder: Im Fluss

Im Fluss

Verlag: Ravensburger Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Jugendroman
ISBN-13 978-3-473-35277-7

Preis: aktuell keine Daten vorhanden
Wer in der Familie Reinhold hatte sich eigentlich in den Kopf gesetzt, "mitten in die Natur" aufs Land zu ziehen? Die Lage des neuen Hauses am Fluss ist tatsächlich idyllisch, doch was hat der neue Wohnort außer der Landschaft zu bieten? Vater Reinhold ist den ganzen Tag über unterwegs, seine Frau jammert, dass sie sich vom Dorfleben ausgeschlossen fühlt und Tochter Mia hängt schon kurz nach dem Umzug bedrückt herum. Der einzige Lichtblick für Mia sind die Steinflößers, ihre Nachbarn gegenüber, die sie täglich beobachtet. Mia findet schnell Kontakt zu den Brüdern Jan und Alex und zu Oma Wagner. Die betagte Dame führt ihrem Sohn und den beiden Enkeln den Haushalt. Jan und Alex Mutter hat vor Jahren die Familie ohne Abschied verlassen. Ihre Söhne leiden noch immer darunter und auf der Familie scheint seitdem ein düsteres Geheimnis zu liegen. Oma Wagner ist einerseits streng katholisch und scheint trotzdem an so etwas wie eine Flussgottheit zu glauben, die bei Laune gehalten werden muss. Wer direkt am Fluss wohnt und den Naturgewalten ausgeliefert ist, findet das möglicherweise ganz selbstverständlich. Mia ist hin und her gerissen zwischen dem geregelten, fast spießigen Familienleben der Nachbarn und ihren eigenen merkwürdigen Beobachtungen. Sie selbst leidet an den Folgen eines Erlebnisses, über das sie noch nie gesprochen hat. Jan, der jüngere Steinflößer-Sohn, Spitzname "das Chaos auf zwei Beinen", zieht sich immer stärker in seine eigene Welt zurück, in der er mit dem Fantasie-Wesen Alina spricht. Als Mia Fischskelette und merkwürdig kleine Fußabdrücke entdeckt, ist sie überzeugt, dass es bei den Steinflößers und am Fluss nicht mit rechten Dingen zugeht.
Fazit
Marlene Röder erzählt vor einer unheimlichen Kulisse die Entwicklungsgeschichte dreier Jugendlicher. Mias, Alex und Jans kleine Welt ist überschaubar: Väter sind entweder abwesend berufstätig oder anwesend und gestresst; Großmütter gehen am Stock. Die Autorin verknüpft den inneren Monolog einer zunächst noch unbekannten Person mit Berichten aus Jans, Alexanders und Mias Perspektive. Das Leben am Fluss im Laufe der Jahreszeiten wird stimmungsvoll und zugleich düster geschildert. Die gewählten Metaphern finde ich nicht immer treffend, den fantastischen Anteil der Handlung sehr spannend. Mit zahlreichen Anspielungen leitet die Autorin ihre Leser auf verschiedenen Wegen in die Irre, löst das Rätsel um die verschwundene Mutter auf und führt schließlich alle Handlungsfäden wieder zusammen. Ein Erstlingsroman, der Jugendliche und Erwachsene anspricht.
8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne
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Vorgeschlagen von Helga Buss [Profil]
veröffentlicht am 20. Juli 2007

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