Andreas Franz: Unsichtbare Spuren

Unsichtbare Spuren

Verlag: Droemer Knaur [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Krimi
ISBN-13 978-3-426-66212-1

Preis: 0,95 Euro bei Amazon.de [Stand: 03. Dezember 2016]
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Der vorliegende Krimi von Andreas Franz ist unzweifelhaft sehr spannend. Ich habe ihn in einem Zug durchgelesen. Sören Henning und seine Kollegin Lisa Santos jagen in Norddeutschland - der Kriminalroman spielt in der Gegend von Flensburg - einen Serienmörder. Sören hat in diesem Fall jedoch einen zu Unrecht Verdächtigten in Haft gebracht. Dieser Verdächtige, gegen den zunächst zahlreiche Indizien sprechen, kann seine Unschuld nicht beweisen und begeht im Gefängnis Selbstmord. Gleichzeitig führen Eheprobleme zu Depressionen und Vereinsamung des Kommissars, der sich in sein Büro zurückzieht, um mit diesen Ereignissen fertig zu werden. Gleichzeitig entwickelt er eine Theorie über die Psyche und Persönlichkeit des wahren Täters, der - weiterhin - mordet. Lange Zeit scheint das Katz- und Mausspiel aussichtslos zu sein. Der Täter, aus dessen Perspektive ein Teil des Romans geschrieben ist, scheint der Polizei immer eine Spur voraus zu sein. Wird er einen Fehler begehen und der Polizei "ins Netz gehen?"

Franz gelingt hier ein spannendes Psychogramm eines Serienkillers und Massenmörders, der unter die Haut geht und Gänsehaut erzeugt. Auch anderen Charaktere - Kommissar Henning und sein Team - sind glaubwürdig gezeichnet. Allerdings arbeitet der Autor mit erheblichen Klischées und Vorurteilen, die massiv stören. So wird mehrfach suggeriert, es könne sich bei den zahlreichen Begegnungen zwischen Täter und Opfern nicht um Zufälle handeln, der Tod der Opfer sei im Grunde "vorherbestimmt". Viele der Opfer - dieses Bild wird leider erzeugt - waren Versager oder gingen ihrer Umwelt "auf die Nerven", so etwa das adoptierte Kind, welches Adoptiveltern, Schüler und Lehrer terrorisierte und Drogen nahm, bis es dem Täter in die Hände fiel. Auch ein arbeitsloser junger Mann, ein völliger Versager und daher in Konflikt mit seinen Eltern lebend, fällt dem Verbrecher, den er zufällig um Feuer für eine Zigarette bittet, zum Opfer. Ein achtjähriger Junge fällt dem Triebtäter nur deshalb in die Hände, weil er, als er für den Vater Zigaretten holen soll, kaputt ist und er daher an einen anderen Automaten muss und so seine tödliche Begegnung mit dem Täter hat.

Franz suggeriert, dass dies alles keine Zufälle sein könnten, ja, ich habe es so verstanden, als hätten die Opfer es "verdient", zu sterben. Und dies - dieser aus meiner Sicht beinahe unerträgliche moralische Zeigefinger - ist m.E. sehr störend. Hätte man dies nicht weglassen können? Ansonsten steht der Krimi in Tradition mit zahlreichen Romanen um Serienkiller, die es in (überreichem) Maße gibt, etwa von James Patterson.
Fazit
So ist ein insgesamt spannenderThriller entstanden, der unter die Haut geht, aber aus meiner Sicht zu sehr mit Vorurteilen und Klischées arbeitet, die vom Autor mit einer deartigen Hartnäckigkeit, ja Penetranz, dargeboten werden, dass dies - aus meiner Sicht - den Wert des Buches erheblich einschränkt. Schade. Daher insgesamt nur 5 Punkte.
5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne
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Vorgeschlagen von Bernhard Nowak [Profil]
veröffentlicht am 26. Mai 2007

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