Der Nachlass des 2001 verstorbenen Bestsellerautoren Robert Ludlum scheint
schier unerschöpflich zu sein, denn im Jahrestakt erscheinen weiter Romane aus
seiner Feder oder zumindest aus seiner Ideenwerkstatt. Neuestes Werk ist
"Die Ambler Warnung". Im Mittelpunkt dieses Thrillers steht Harrison
Ambler, der als ehemaliger Agent auf Parrish Island, einer von der Außenwelt
abgeschotteten Insel sechs Meilen vor der Küste Virginias, gefangen gehalten
wird. Mit Hilfe der Krankenschwester Laurel gelingt ihm die Flucht, doch die
Welt, in die er zurückkehrt ist nicht mehr die, die er verlassen hat. Alte
Freunde erkennen ihn nicht mehr und als Ambler von seinen eigenen Leuten gejagt
wird, muss er herausfinden, wer er wirklich ist.
"Die Ambler Warnung" ist sicherlich nicht der beste Thriller aus der Feder von Robert Ludlum. Viele Passagen gerade zu Beginn des Romans ziehen sich in die Länge und hätten sicherlich deutlich gekürzt werden können. Im weiteren Verlauf wird der Thriller dann richtig spannend, auch wenn manche Ereignisse nicht unbedingt logisch erscheinen. Auch das Ende ist für geübte Thrillerleser nicht wirklich eine Überraschung. Mit Harrison Ambler hat Robert Ludlum eine typische Figur geschaffen, die auch Jason Bourne hätte heißen können. Heimlicher Star dieses Romans ist der CIA-Buchhalter Clayton Caston, der sich von einem anfänglichen Feind zu einem der wenigen Verbündeten der Hauptfigur entwickelt und der entscheiden Anteil an der Findung der Wahrheit hat. Überhaupt sind die Szenen. In denen sich Harrison Ambler und Caston gegenüberstehen, sicher die besten Szenen des gesamten Romans. Sechs Jahre nach dem Tod von Robert Ludlum darf die Frage erlaubt sein, wie viel von diesem Roman er wirklich selbst geschrieben hat. Fakt ist, dass "Die Ambler Warnung" zu den eher durchschnittlicheren Werken des Amerikaners gehört. Dabei ist die eigentliche Ausgangssituation überaus interessant und auch das aufgebaute Verschwörungsszenario wird Leser politischer Thriller mehr als zufrieden stellen. Fazit
"Die Ambler Warnung" ist ein typischer Ludlum-Roman, der jedoch nicht
unbedingt zu den besten des Autors gehört. Bis auf ein paar langatmige Passagen
bietet er jedoch solide Thrillerunterhaltung.
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