Flavian Kurth: Hypercannibal

Hypercannibal

Verlag: Kontrovers Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Belletristik
ISBN-13 978-3-905763-00-3

Preis: 0,12 Euro bei Amazon.de [Stand: 03. Dezember 2016]
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"Hypercannibal" handelt von drei Personen, die sich, jede auf ihre eigene Art und Weise, in schweren Identitätskrisen befinden, die sich zumeist in Isolation, Depression und völliger Orientierungslosigkeit äußern. Es ist daher nicht erstaunlich, dass diese drei Personen im Verlaufe der Handlung zueinander finden, selbst wenn es bei den beiden Brüdern Will und John lediglich über den Schnittpunkt Elena, das spätere Opfer, geschieht. Entgegen der Annahme, es handele sich um ein Buch über das Verzehren von Menschen, stehen vielmehr die Verflechtungen zwischen den Personen im Mittelpunkt des Geschehens. Die letztendliche Hinrichtung des Opfers, welche ohnehin nicht als Höhepunkt der Handlung angesehen werden kann, da der Leser sich von Anfang an bewusst über das Ableben Elenas ist, spielt nur eine untergeordnete Rolle, gibt der Kausalität der Ereignisse jedoch einen zusätzlichen Schub, zumal der Akt des Verspeisens letztendlich Ausdruck dessen ist, was alle drei Personen miteinander verbindet: die Sehnsucht, mit einem anderen Menschen zu verschmelzen, den Weltschmerz zu teilen, die Last des Lebens, derer sie sich ausgesetzt fühlen, in der Fantasie einer vollständigen Zusammenkunft zweier Individuen zu bewältigen, was sich im Verlauf des Romans im Versuch der Personen äußert, sich diese Befriedigung in möglichst ungewöhnlichen Sexualpraktiken zu verschaffen.
Sehr interessant beschreibt Kurth in verschiedenen Orts -und Zeitebenen die verwirrende Beziehung der handelnden Personen, wobei man als Leser immer mitdenken muss, wie weit die Handlung im Moment des Lesens tatsächlich vorangeschritten ist, wer welche Identität annimmt und inwiefern die Personen im Roman den gleichen Wissensstand teilen, wie man selbst.
Innerhalb des Romans wird dem Leser immer die psychische Tiefe einer Gesellschaft vor Augen geführt, deren Individuen sich mehr und mehr voneinander entfernen, in der sich die Suche nach Selbstverwirklichung und Identität als elementare Sehnsucht erweist.
Fazit
Das Buch war interessant zu lesen. Die Handlung entpuppte sich als ergiebiger, als es der Titel zunächst vermuten lies.
8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne
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Vorgeschlagen von Florian Sieber [Profil]
veröffentlicht am 05. März 2007

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