Nur mit seiner 15-jährigen Schwester Regan kann Liam sein verborgenes
nächtliches Leben teilen. Nachts wird er zu Luna, trägt Frauenkleider und
schminkt sich. Liams Vater hatte sich vorgestellt, dass ein Sohn seine
Sportbegeisterung teilen würde, dass Vater und Sohn gemeinsam am Auto schrauben
könnten. Bei aller Enttäuschung darüber, dass Liam seinen Erwartungen nicht
enspricht, entgeht ihm, dass sein Sohn ein exzellenter Schüler ist und aus
seinem Zimmer heraus einen schwunghaften Handel mit individuell für seine Kunden
gebauten Computern betreibt. Der Vater sieht nur, was Liam nicht ist. Liam ist
überzeugt davon, dass es für Menschen wie ihn auf der Welt keinen Platz gibt.
Auch die Mutter der beiden Jugendlichen ist so mit sich selbst beschäftigt, dass
sie gar nicht wissen möchte, was ihre beiden Teenager bewegt. Beide Eltern
erwecken beim Leser den Eindruck, dass ihnen jeder Blick für die Realität fehlt.
Für Regan ist es nicht einfach, die jüngere Schwester eines Überflieger-Schülers zu sein, an dessen Leistungen sie von ihren Lehrern gemessen wird. Bisher hat sie allein die Verantwortung für Liams seelisches Gleichgewicht getragen, ihn getröstet und zuverlässig nach außen hin gedeckt. Doch langsam zweifelt sie daran, ob sie ihrer Freundin Aly, die auch Liam mag, weiter eine heile Welt vorspielen kann. Regans spöttische Sprache verbirgt nur knapp, dass sie mit Liams Entwicklung und dem Schlamassel der familiären Rollenerwartungen völlig überfordert ist. Als Regan sich zurückhaltend und voller Selbstzweifel in Chris Garazzo aus ihrem Chemie-Kurs verliebt, muss sie sich eingestehen, dass ihr Bruder und seine Eskapaden ihr eigenes Leben völlig mit Beschlag belegt haben und dass es so nicht weiter gehen kann. Die surreale Situation spitzt sich so extrem zu, dass Regan jedes Haar einzeln zu Berge steht. Fazit
Juli Anne Peters hat nicht nur glaubwürdig das feinfühlige Portrait eines
transsexuellen Jugendlichen geschrieben sonder auch sehr berührend Regans zarte
Beziehung zu Chris dargestellt. Selbst wenn die Ignoranz der Eltern recht
drastisch geschildert wird, sind doch alle Charaktere differenziert gezeichnet.
Peters Protagonisten wecken tiefe Sympathie und lassen den Leser so manches Mal
schmunzeln.
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