Renate Fabel: Prinz Louis Ferdinand und die Frauen

Prinz Louis Ferdinand und die Frauen

Verlag: dtv [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Biografie
ISBN-13 978-3-423-24538-8

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Nach dem Krieg hatte sich die Familie von Renate Fabel, aus Berlin stammend, im thüringischen Rudolstadt vorläufig eingerichtet. Die 10-jährige Renate stiess in ihrem Lesebuch auf Theodor Fontanes Gedicht "Prinz Louis Ferdinand", die wichtigste Zeile für sie war "Blauäugig, blond, verwegen, und in der jungen Hand den alten Preussendegen". Sie fühlte sich "dabei so richtig als Preussin und verliebte sich in den blonden Preussenprinzen, der, soviel hatte ich damals schon begriffen, viel zu jung und in voller Schönheit gefallen war. Louis Ferdinand - mein Märchenprinz." Viele Jahre später beschloss Renate Fabel "ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen und mich dabei so nahe wie möglich an die Wahrheit zu halten." Der Vater von Prinz Louis Ferdinand ist Prinz Ferdinand, der jüngste Bruder von Friedrich dem Grossen, seine Mutter die bildhübsche Markgräfin Anna Elisabeth von Brandenburg-Schwedt In der Thronfolge steht Prinz Louis Ferdinand (geboren 1772) weit hinten und es ranken sich um seine königliche Abkunft viele Gerüchte. Mit 16 wird er Hauptmann in einem unbedeutenden Regiment und zum erstenmal Vater. Er nimmt am Feldzug gegen Frankreich teil, häuft ungeheure Schulden auf und verärgert damit seine Eltern. Er hat grosse Erfolge bei adligen und nichtadligen Damen, sowohl deutschen als auch französischen. Er nimmt an dem Feldzug gegen die Franzosen teil, wird 1793 bei Mainz verwundet und kehrt als Held vom Schlachtfeld zurück. Sein Ruhm verbreitet sich und er wird ständiger Besucher im Salon von Rahel Levin, lernt Goethe und Beethoven kennen und verliebt sich in Prinzessin Friederike, die Schwester von Luise, der Frau des Kronprinzen. Und so geht es weiter, mit seinen Eroberungen (oder auch nicht), den mehr oder minder erfolgreichen Schlachten, bis er 1806, vier Tage vor der Niederlage von Jena-Auerstedt, fällt.
Fazit
Es bedarf schon der Schwärmerei einer ursprünglich 10-jährigen, dann gewachsen über viele Jahre, um aus Prinz Louis Ferdinand den strahlenden Helden zu machen, den uns Renate Fabel präsentiert. Sie entschuldigt einfach alles bei ihm: "Seine Geliebte wird schwanger von ihm. Louis ist eben sechzehn geworden. Um ehrlich zu sein: Eine solche Affäre regte damals keinen gross auf, in den Kreisen des Offizierskorps und des Adels war das fast gang und gäbe. Wie viele Haushälterinnen brachten nicht Jahr für Jahr ihrem hochwohlgeborenem Dienstherr ein Kind zur Welt?" 1795, mit 23 Jahren, hat Louis Ferdinand die ungeheure Summe von 115000 Talern Schulden. "Vor allem erbost sie (die Eltern) sein leichtsinniger Umgang mit Geld, die ewige Schuldenmacherei, die allerdings auch damit zu tun hat, dass der Prinz viel knapper als andere in seinem Alter und in seiner Stellung gehalten wird". Wie heisst es hier auf S. 108: "Er könnte Grosses, ganz Grosses vollbringen, wenn - ja, wenn man ihn nur liesse. Aber man lässt ihn nicht." Aber - ansonsten ist das Buch recht nett und unterhaltsam geschrieben.
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Vorgeschlagen von Karin Rieck [Profil]
veröffentlicht am 25. Februar 2007

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