Kurz vor einem Treffen des amerikanischen Präsidenten mit seinen europäischen
Kollegen kommt es in Washington zu einem Anschlag, bei dem ein US-Senator ums
Leben kommt. Drahtzieher des Anschlags ist der Ex-Marine Jason March, der bei
einem Einsatz in Syrien seine Einheit tötete und zu Al Kaida überlief. Sein
damaliger Vorgesetzter Ryan Kealey überlebte schwer verletzt und lebt
mittlerweile zurückgezogen im US-Bundesstaat Maine. Als er erfährt, dass sein
ehemaliger Schützling hinter dem Anschlag steht, lässt er sich zu einer Rückkehr
bewegen und nimmt mit Hilfe der CIA-Agentin Naomi Kharmai die Verfolgung auf.
Mit "Der Amerikaner" hat der erst 24 Jahre alte Andrew Britton gleich auf Anhieb einen Bestseller gelandet und gilt seitdem als eines der größten Talente des modernen Politthrillers. Viele Vorschusslorbeeren, die zumindest während der ersten Hälfte des Romans nicht ganz gerechtfertigt sind. Sicher, der Roman liest sich von Beginn an ausgesprochen gut, doch man hat den Eindruck, dass sich Britton bei der Entstehung seiner Figur zu sehr an Jack Bauer aus der Fernsehserie "24" orientiert hat. Leider bleiben auch die anderen Figuren etwas konturlos und beliebig austauschbar. Wo Vince Flynn schon in seinem ersten Buch der Mitch-Rapp-Reihe ("Der Angriff") interessante Charaktere erschaffen hat, die eine Serie tragen können, bleiben Brittons Figuren etwas blass. In der zweiten Hälfte zieht Andrew Britton die Spannungsschraube jedoch mächtig an. Die Suche nach dem Attentäter hat er in bester Pageturnertradition verfasst, auch wenn das Ende etwas vorhersehbar und klar auf Fortsetzung ausgerichtet ist. Mit "Der Amerikaner" hat Andrew Britton einen soliden und hoch spannenden Auftakt zu einer Politthrillerreihe verfasst, die durchaus in die Fußstapfen der Jack-Ryan-Romane von Tom Clancy treten kann. Den augenblicklichen König des Politthrillers, Vince Flynn, kann er noch nicht vom Thron stoßen, doch aufgrund seiner Jugend kann man Andrew Britton durchaus eine lange Karriere in diesem Genre zutrauen. Fazit
"Der Amerikaner" ist ein guter Auftakt zu einer neuen Thriller-Serie.
Wer actionreiche Politthriller mag, wird mit diesem Roman gut bedient, auch wenn
die Figuren etwas blass und klischeehaft sind. Die wirklich spannende Handlung
macht dieses Manko jedoch weg.
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