Henning Mankell: Tiefe

Tiefe

Verlag: Der Hörverlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Belletristik
ISBN-13 978-3-89940-614-6

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Es ist die Beschreibung eines unmenschlichen Mannes, der keiner auch wie gearteten Zuwendung fähig ist. Er ist ein absoluter Egozentriker, der detailversessen seine Tagesabläufe und darin jede noch so uninteressante Begebenheit schildert. Der nur sich und seine armseligen Gedanken sieht und wichtig nimmt, unvorstellbar rücksichtslos ist und keinen Gedanken an die Gefühle andere Menschen verschwendet. Die Geschichte: Es ist die Zeit des 1. Weltkrieges. Kapitän Lars Tobiasson Svartmann, der in der schwedischen Flotte Karriere gemacht hatte mit dem Ehrgeiz, eines Tages die Hauptverantwortung für die Kartierung der geheimen militärischen schwedischen Fahrwasser übertragen zu bekommen. Er ist verheiratet mit Christine Tacker und hat den militärischen Auftrag, in den Stockholmer Schären neue Fahrwasser auszuloten. Eines Tages trifft er auf einer der äussersten Schären eine einsam lebende Frau, Sara Frederika. Er ist fasziniert von ihr. Doch bald geht sein Auftrag zu Ende und zu Hause erwarten ihn seine Frau und ein geordnetes Leben. Er hintergeht beide, verstrickt sich immer tiefer in das Lügengespinst, wird immer rücksichtsloser und grausamer.
Der Stimme von Leonard Lausinck ist es zu verdanken, dass ich zuerst eine Aversion gegen Lars Tobiasson-Svartmann entwickelte, dann eine Wut auf diesen selbstgerechten, menschenverachtenden Egozentriker, der alles und jeden aus dem Weg räumt, der ihm nicht in seine unausgegorenen, verqueren Pläne passt. Er vermisst unentwegt Abstände und Tiefen, in der äusseren Wirklichkeit wie in dem Meer. Bezeichnend ist sein wiederkehrender Traum: "Er träumte von einer grossen Tiefe, er hielt sein Lot in den Händen wie ein Gewicht und sank durch ein Meer, in dem sich der Wasserdruck nicht bemerkbar machte, es war eine unbekannte Tiefe, die er entdeckt hatte und schon während er mit dem Lot in den Händen langsam hinabsank, wusste er, dass sich der Meeresboden auf 14345 m befand. Es war eine schwindelnde Tiefe und darin verbarg sich ein Geheimnis. Ganz da unten gab es eine Welt und ein Leben, die dem entsprachen, was er selbst lebte. Er sank der Tiefe entgegen, sacht, ganz ruhig, ohne Eile." Das jähe und überraschend schnelle Ende, gemessen an dem endlosen, schmerzlich langen und langweiligen, weil sich ewig wiederholenden Gedankengängen des Lars Tobiasson Svartmann, hat mich und meinen (feministischen) Gerechtigkeitssinn befriedigt. Wäre ich nicht so froh, dieses Hörbuch "erledigt" zu haben, und ich habe es mir nur bis zum Ende angehört, weil ich keine Bücher "ungelesen" weglege, käme ich in Versuchung, den Text noch einmal abzuspulen und mitzuzählen, wie oft der Name Lars Tobiasson-Svartmann gesagt wurde. Mankell schreibt nie Er- oder - Lars- oder Tobiasson-Svartmann, sondern immer den vollen Namen bzw. alle Namen vollständig, was nicht nur unendlich monoton und gelangweilt wirkt, sondern mich aufbrachte und zu der Überlegung veranlasst, dass man so natürlich auch viel Text zustande bringt, denn das macht wahrlich viel Text bzw. Worte aus.
Fazit
Fazit: Was will der Autor mir eigentlich mit dieser Geschichte sagen, ausser dass auch langweilige, egozentrische Menschen grausam sein können? Aber muss er das auch so langweilig und grausam erzählen? Denn das wusste ich auch vor diesen 300 Minuten! Ein verstörendes, grausames Buch!
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Vorgeschlagen von Karin Rieck [Profil]
veröffentlicht am 30. Januar 2007

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