In ihrem phantastischen Roman verknüpft Alma Alexander die Schicksale von acht
jungen Frauen, die durch einen Schwesternbund miteinander verbunden sind. In
einem fernen asiatischen Kaiserreich lernen junge Frauen von ihren Müttern die
Frauensprache jin-ashu und werden in den Bund der Herzensschwestern jin-shei
eingeführt. Antian, die im Jahr des Büffels geborene, ungestüme Thron-Erbin,
bittet Kito-Tai, die begabte Tochter einer Näherin, ihre Schwester zu sein. Der
Schwesternbund bietet gegenseitige Unterstützung, aber auch lebenslange
Verpflichtung. Die Autorin führt ihre Leserinnen in das prächtige höfische
Leben in einem Sommerpalast ein. Luxus und Abgeschiedenheit müssen durch
Gehorsam und eiserne Disziplin der Frauen erkauft werden. Am Beispiel Xaforns,
die als Findelkind von der kaiserlichen Garde aufgenommen wurde und nun dort
ausgebildet wird, und Nhias, der körperbehinderten Tochter einer Wäscherin,
erhalten wir Einblick in den Alltag der einfachen, schwer arbeitenden Frauen.
Besonders lesenswert sind die Erlebnisse der Heilerin Szewan und ihrer Schülerin
Yuet. Nachdem die Thronfolgerin bei einem Erdbeben getötet worden ist, kommt es
zu gefährlichen Verwicklungen um die Thronfolge und die zukünftige Kaiserin.
Eine Prise Schwarze Magie bringt der Drachenmagier in die Handlung ein. Yuet
muss erkennen, wie viel Macht mit dem Wissen einer Heilerin und den geheimen
Aufzeichnungen ihrer Lehrmeisterin ausgeübt werden kann, sollten sie je in
falsche Hände gelangen.
Die Autorin greift für ihr Buch auf das historische Vorbild der Frauenschrift Nushu zurück, die schon Lisa See zu ihrem Buch "Der Seidenfächer" inspirierte. Auch den Schwesternbund gab es im alten China: die laotong, die Weggefährtin, wurde von einer Vermittlerin ausgesucht. Die beiden so verbundenen Frauen fühlten sich einander lebenslang zugetan und verpflichtet Fazit
Mit Ausnahme der historischen Vorbilder Frauenschrift und Schwesternbund bleibt
die chinesische Atmosphäre in der "Drachenkaiserin" blass. Ein solider
phantastischer Unterhaltungsroman, der durch die zahlreichen handelnden Personen
streckenweise unübersichtlich wird.
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