Ralf Isau: Der Herr der Unruhe

Der Herr der Unruhe

Verlag: Ehrenwirth Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Fantasy
ISBN-13 978-3-431-03392-2

Preis: 0,66 Euro bei Amazon.de [Stand: 10. Dezember 2016]
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Die 13-jährigen Freunde Nico und Bruno wachsen in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts zusammen in der italienischen Stadt Nettuno auf. Nico ist der Sohn eines jüdischen Uhrmachers, Brunos Vater arbeitet als Restaurator. Der reiche und mächtige Herr Manzini hat eine kostbare Taschenuhr bei Emanuele dei Rossi bestellt. Bei der Abholung entdeckt er im Deckel der Uhr ein Zitat aus Dantes Göttlicher Komödie und tötet wutentbrannt den Uhrmacher vor den Augen seines Sohnes. Nico flieht aus seiner Heimatstadt; er wird von Kollegen seines Vaters und Verwandten aufgenommen. Ein Benediktiner-Mönch vermittelt Nico schließlich ein Versteck im Vatikan. Nico nimmt die Identität des Christen Niklas Michel aus Südtirol an und arbeitet nach einer Lehre als Uhrmacher in diesem Beruf. Er hat inzwischen sein besonderes Talent zum Umgang mit Uhren und widerspenstigen Maschinen aller Art entdeckt. Sein Ziel, den Mörder seines Vaters zu finden und anzuzeigen, verliert er dabei nicht aus den Augen. Als "Michele, der Walzenbändiger", kehrt der erwachsene Uhrmacher nach Nettuno zurück. Er findet Manzini - und verliebt sich in dessen gut aussehende Tochter Laura. Manzini ist besessen von Uhren und ihrer Verbindung zum menschlichen Leben - besonders zu seinem eigenen. Die Unruh einer mechanischen Uhr wurde damals mit dem Lebenslicht des Menschen gleichgesetzt. Nico erhält den Auftrag, täglich die Meister-Uhr seines Vaters für den abergläubischen Manzini aufzuziehen. Bei dieser Tätigkeit kann er Laura regelmäßig treffen. Doch bald muss er sich zwischen seiner Liebe und seinem Wunsch nach Rache entscheiden. Manzini kollaboriert mit den Nazis und denunziert Juden. Nico ist in tödlicher Gefahr.
Nach längeren Exkursen des Autors in die aktuellen Ereignisse im Italien während des Zweiten Weltkriegs findet Nico schließlich den verblüffenden Grund für Manzinis Uhren-Besessenheit und für den Mord an Nicos Vater heraus.
Fazit
Ralf Isau hat den historischen Hintergrund seines phantastischen Romans sorgfältig recherchiert. Das Ungleichgewicht zwischen dem üppigen, ausschweifend geschilderten Lokalkolorit des Buches und Nicos Motiv für seine Ein-Mann-Resistenza gegen einen mächtigen Kollaborateur lässt den Spannungsbogen in der Mitte des Buches einbrechen. Die faszinierende Figur des Uhrmachers, "der mit dem Türschloss spricht", allein trägt die langatmige Handlung nicht. Warum abwechselnd Nicos Jugenderlebnisse des Jahres 1932 und seine aktuellen Abenteuer während des Nationalsozialismus geschildert werden, bleibt mir unklar.
5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne
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Vorgeschlagen von Helga Buss [Profil]
veröffentlicht am 05. November 2006

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