Walter Moers: Die Stadt der Träumenden Bücher

Die Stadt der Träumenden Bücher

Verlag: Piper Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Belletristik
ISBN-13 978-3-492-04549-1
Preis: 24,90 Euro bei Amazon.de [Stand: 05. September 2008]

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Dem literarischen Vater des Käpt’n Blaubär ist zuzutrauen, dass er Bücher aus der Zamonien-Reihe bei der Herstellung mit Lockstoffen bedampfen lässt. Auf "Die 13 1/2 Leben des Käptn Blaubär", "Ensel und Krete" und "Rumo und die Wunder im Dunkeln" folgt mit dem vierten Band ein Buch, das auf Bibliomane aller Altersgruppen einen sogartigen Kaufzwang ausübt. Vom Buchcover glubscht ein Buchling aus einer Wand gezeichneter Bücher hervor. Buchlinge sind eine Art urzeitlicher Tele-Tubbies, die in uralten Büchern ausgebrütet werden. Experten halten sie für Zyklopen, die im juvenilen Stadium mit Büchern gefüttert wurden.
Der Lindwurm Hildegunst von Mythenmetz begibt sich aus der Lindwurm-Feste nach Buchhain, um das Geheimnis eines hinterlassenen Manuskripts zu ergründen. In der Stadt der Träumenden Bücher, einer leicht chaotischen Parallelwelt, riecht es nach Papier, Ledereinbänden und Druckfarbe. Man lässt sich von Leuchtquallen heimleuchten und muss jederzeit mit ofenwarmen Büchern, gefährlichen Schrecksen und anderem phantastischen Getier rechnen. In einem unüberschaubaren Netz von Kellern und Katakomben sind Bibliomane aller Schattierungen auf der Jagd nach antiquarischen Raritäten, die dort bis zum Kauf vor sich hin träumen. Mythenmetz wird durch ein heimtückisches Buch vergiftet, verschleppt und übersteht im Gewirr der Katakomben gefährliche Abenteuer. Moers füllt die Gehirnkammern seiner Leser mit skurrilen Kreaturen und schrägen Wortkreationen. Wer in seine phantastische Welt eingetaucht ist, hält auch die eigenen Bücher für fähig, auf acht kleinen Spinnenbeinen herangewuselt zu kommen.
Fazit
Der routinierte Comic-Autor Moers hat den vierten Band der Zamonien Reihe liebevoll illustriert. Er unterhält Leser aller Altersgruppen mit phantastischen Kreaturen und Anagrammen aus Dichternamen; er persifliert bekannte Autoren und lästert subtil über den Literaturbetrieb und seine Marktmechanismen.

Vorgeschlagen von Helga Buss [Profil]
veröffentlicht am 04. November 2006

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