Der Autor Arthur Golden erzählt die Lebensgeschichte einer sehr erfolgreichen
und angesehenen Geisha. Die Geschichte beginnt in den dreißiger Jahren des
zwanzigsten Jahrhunderts und geht bis Ende der achtziger. Bereits am Anfang und
auch gegen Ende des Buches wird immer wieder deutlich darauf hingewiesen, das
nicht alles so verlief, wie es der Roman beschrieb. Das Werk ist also mehr
Roman, als reine Biographie.
Die Erzählung beginnt in einem armen Fischerdorf. Die Familie der Protagonistin ist bettelarm, die Mutter stirbt und der Vater "verkauft" seine Töchter. Das ist der Ausgangsstoff aus dem Bestsellerromane entstehen. Mit feinem Pinsel zeichnet der Autor, das Fischerdorf, die Familie und den Ablauf des Menschenhandels nach. Der Leser wird in die Geschichte hineingezogen, wird von dem kleinen Mädchen Chiyo an die Hand genommen und durch ein fremd wirkendes Wirtschaftssystem, den Geishahäusern Kyotos geführt. Dem Zusammenspiel dieser japanischen Freizeitindustrie lässt der Roman viel Raum und wirkt an dieser Stelle wie ein spannend geschriebenes Geschichtsbuch mit zahlreichen kleinen Details wie zum Beispiel, den Beruf des Geishaankleiders, nach welchen Kriterien Geishahäuser an Nachfolgerinnen "vererbt" werden und über welche Kapitalanlagen Kleider usw. ein Geishahaus verfügt. Fazit
Der aufmerksame Leser bekommt also in einer lesenwerten rührigen
Lebensgeschichte eine gute Portion Wissen über das Leben in Japan Mitte des
vorigen Jahrhunderts vermittelt. Eine kurzweilige Unterhaltung mit einer guten
Portion fernöstlicher Wirtschaftsgeschichte.
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