Seit vierzehn Jahren veröffentlicht der Schweizer Autor Martin Suter seine
Zeitungskolumne "Business Class", bis 2004 in der Zürcher Weltwoche,
heutzutage im Magazin des dortigen Tages-Anzeigers. Darin karikiert Suter die
Umstände und Gepflogenheiten der Manager in den oberen Chefetagen, und führt den
von Schadenfreude gebeutelten gemeinen Angestellten der unteren Chargen vor,
worunter ihre Chefs zu leiden haben. Der große Erfolg seiner Kolumne zeigt, dass
sich Schadenfreude, besonders wenn sie sich "nach oben" richtet, in
der Tat großer Beliebtheit erfreut. Und wenn auch Sie sich daran gütlich tun
wollen, wie eine Schweizer Führungskraft es sich auf einem nicht korrekt
angemieteten Liegestuhl entspannen soll, oder warum es auch als Manger keinen
Spaß macht zu arbeiten, wenn man dabei nicht gesehn wird, dann ist diese
Zusammenstellung der besten Kolumnen-Artikel genau das richtige für Sie. Mehr
als etwas amüsante Unterhaltung dürfen Sie jedoch nicht erwarten, denn Martin
Suters Charaktere kranken an dem, was der Autor eigentlich auf die Schippe
nehmen will: sie beschreiben nicht viel mehr als Klischees. Die Personen
unterscheiden sich wenig von den Worthülsen und Floskeln, hinter denen sie sich
verstecken, und bleiben bis auf wenige ausgesuchte Facetten farblos und
unpersönlich. Widersprüche, Ecken und Kanten fehlen, und leider sind sowohl die
Figuren als auch die Handlung zu schnell durchschaubar. Das ist schade, denn vom
Ansatz her sind Suters Geschichten aus der Business Class wirklich sehr
unterhaltsam - und das ist gar nicht schadenfroh gemeint...
Fazit
Muss man nicht lesen.
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