Eigentlich möchte Lorenz ja gerne mit seinem Vater Ritter Ortwin ausziehen, um
gegen Ritter Rülps zu kämpfen. Doch Ortwin verbietet es, bringt ihm aber von
seinem Beutezug sogar etwas mit - was sich zunächst allerdings als ziemlich
nutzlos erweist. Einen Stein!
Lorenz ist mehr als enttäuscht. Was soll er damit nur anfangen? Also feuert er den Stein lieblos in den Burggraben. Doch schon beim Werfen muss er aufhorchen. Der Stein fällt viel langsamer zur Erde nieder als erwartet. Da schießt es ihm durch den Kopf: Antigraph! Jenes teuflisch Zeug, das magische Kräfte besitzt. Doch es ist zu spät. Der Burggraben hat den Stein längst verschluckt. Nicht lange allerdings, da wird das Ding mit tosendem Lärm wieder ans Ufer gefeuert und Lorenz nimmt sich des Steins an. Ein Drachenei, denkt er, ja, ein Drachenei muss es sein. Und das brütet man ja bekanntlich im Feuer aus. Nun ist es aber so, dass Lorenz nicht besonders gut in Monsterkunde aufgepasst hat. Das vermeintliche Drachenei ist nämlich gar kein Ei, sondern ein Drachenstein. Und wenn man den ins Feuer wirft, dann verwandelt sich derjenige, der zuletzt einen Blick auf den Stein geworfen hat, selbst in einen Drachen. Und genau das passiert Lorenz! Wie aber soll er bloß diese furchteinflößende Gestalt wieder los werden? Gut, dass er irgendwann auf Anabel, die Tochter von Ritter Rülps trifft. Cornelia Neudert erzählt eine spannende Geschichte über Drachen, Ritter, starke Mädchen und Jungs, die auch einmal einem Irrtum aufsitzen können - und setzt den Anfangspunkt für eine tolle Freundschaft zwischen zwei Kindern, die sich im Laufe des zweiten Bandes "Das geheimnisvolle Drachentreffen" noch weiter entwickelt. Neudert hat nicht nur die Romanvorlage für das Hörbuch geliefert, sondern die Bearbeitung des Stücks auch gleich selbst übernommen. Die Gesamtspieldauer des Hörbuchs von insgesamt rund 98 Minuten wird sicher niemandem zu lang. Als Sprecher fungierte Christoph Lindert, der zu den bekanntesten und populärsten Hörbuchsprechern überhaupt gehörte. Er starb im August 2005. Fazit
Dem Klang seiner Stimme kann sich auch bei diesem Hörbuch für Kinder niemand
entziehen. Die Stimme zieht den Hörer hinein in die spannende Geschichte, die
Lorenz gemeinsam mit Anabel, seiner Freundin, erlebt. Sie setzt Akzente, lässt
mitfiebern - und kann sogar Leute überzeugen, die ansonsten eher auf das
gedruckte Buch zurückgreifen. Mittelalterliche Musik bietet zwischen den
einzelnen Kapiteln immer wieder die Möglichkeit, für einen kurzen Augenblick
innezuhalten und dem Gehörten nachzuhängen.
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