David Caine ist Doktorand der Statistik und unterrichtet
Wahrscheinlichkeitsrechnung. Seine schwere Epilepsie-Erkrankung erweist sich als
nicht therapierbar und kostet ihn schließlich den Job. Als er sich durch seine
Spielsucht auch noch der russischen Mafia Manhattens ausliefert, bleibt ihm nur
ein Weg: er stellt sich gegen Bezahlung seinem behandelnden Arzt als
Versuchsperson zur Verfügung. Davids Zwillingsbruder Jonathan leidet seit Jahren
an Schizophrenie. An ihm kann David beobachten, was Wahnvorstellungen sind.
Wahnvorstellungen, die er von den Medikamenten-Tests bekommen wird. Vermutlich
durch die medikamentöse Behandlung kann David in die Zukunft sehen und sich
anschließend zurück zoomen. Praktisch für einen krankhaften Spieler.
Caine wird hier in Anlehnung an den imaginären Laplaceschen Damön beschrieben, den Pierre-Simon de Laplace im 18. Jahrhunderts erdachte. Der Dämon soll die Wahrscheinlichkeiten für alle künftigen und vergangenen Ereignisse in der Welt berechnen können. Die neuen Erkenntnisse der halblegealen Epilepsie-Forschung haben das Interesse zahlreicher Geheimdienste erregt: man forscht nicht mehr selbst, man lässt Forschungsergebnisse stehlen mitsamt den Versuchspersonen. David wird nun von kernigen Schuldeneintreibern und miteinander konkurrierenden Geheimdiensten gejagt. Auftritt der Agentin Nava, die ebenfalls finanziell unter Druck geraten ist und die Forschungsergebnisse des Dr. Tversky erbeuten und weiter verkaufen will. Auftritt des Agenten Crowe, der Nava und Caine jagen wird; denn er arbeitet immer für den, der am besten zahlt. Fazit
Fawers Thriller wurde als anspruchsvoller Wissenschaftsthriller beworben. Der
spannende Thriller beschreibt mit teils makabrem Humor die Welt aus der
Perspektive zweier psychisch kranker Brüder. Der Spannungsbogen bricht nach
circa 400 Seiten ein. Wenn der Leser weiß, wo es lang gehen wird, sind weitere
180 Seiten bis zum endgültigen Showdown weniger anregend. Die Idee gefällt mir,
die Ausführung ist zu lang.
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