Film, Fernsehen und Werbung vermitteln zur Zeit den Eindruck, der menschliche
Körper diene als Dauerbaustelle für Schönheits-Chirurgen und die Patienten seien
deren Dukaten-Esel. Der Sammelband Bodytalk erläutert, wie unser
Schönheitsempfinden evolutionsbiologisch entstanden ist. Ein Mann, der sich vor
Jahrhunderten eine junge, gut genährte Frau mit schöner Haut und vollem Haar
aussuchte, verbesserte damit seine Chancen auf überlebensfähigen Nachwuchs. Eine
Frau, die sich einen älteren, kräftigen Partner aussuchte, sicherte damit die
Versorgung ihrer Kinder. Schönheits-Ideale von heute sind weniger handfest, das
Aussehen ist zum Status-Symbol geworden. Unrealistische Wünsche wie:
"klein, dünn und mit großem Busen" sind ohne chirurgische Eingriffe
kaum zu erreichen. Je sinnloser Schönheit für unser Überleben geworden ist, umso
mehr Kult wird um sie betrieben. Mediziner, Psychiater u. a. Autoren äußern sich
zu Ess-Störungen bei Männern und Frauen, zum Bodybuilding-Kult, zum Frauenbild
in Video-Clips und zum digital erzeugten Idol für Computerspiele und
Computer-animierte Filme.
Fazit
Eine Sammlung von Aufsätzen unterschiedlicher Qualität und aus unterschiedlichen
Blickwinkeln. Manchem Artikel hätten mehr Fakten und weniger Belehrungs-Drang
gut getan. Der kritische Blick von GABO, dem Model das die Seite wechselte und
nun als Fotografin arbeitet, hat mir gut gefallen. Wie sich Cyber-Models auf
unsere Schönheits-Ideale auswirken, darüber hätte ich gern mehr gelesen.
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