Alexander Lloyd: Taran im Land der dunklen Mächte / Taran und die Schatzkammer des Bösen

Taran im Land der dunklen Mächte / Taran und die Schatzkammer des Bösen

Verlag: Arena Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Fantasy
ISBN-13 978-3-401-05285-4

Preis: 0,87 Euro bei Amazon.de [Stand: 29. September 2016]
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Bei der vom Arena-Verlag erneut aufgelegten Reihe um Taran und seine Abenteuer um Prydain (die Erstausgaben erschienen 1969-72 unter den Titeln "Taran und das Zauberschwein", "Taran und der Zauberkessel", "Taran und die Zauberkatze"; dieser Band versammelt diese Bände der fünfteiligen Prydain-Serie; der Band "Taran und die Schatzkammer des Bösen" versammelt die restlichen 2 Bände "Taran und der Zauberspiegel" (dt. 1973) sowie "Taran und das Zauberschwert" (dt. 1974)) sind hervorragende Fantasy, allerdings eher märchenhaft - Tolkien läßt grüßen.

Diese Reihe ist aber eher für jugendliche Leser konzipiert und schildert die Entwicklung des jugendlich-unbeherrschten Taran, Hilfsschweinehirt beim Zauberer Dalben, der in Abenteuern sich entwickelt und zum Mann wird. Nicht so langatmig wie Tolkien und äußerst spannend erinnert er an Fantasy-Zyklen von Terry Goodkind oder Robin Hobb. Dass nach dem Erfolg der Harry-Potter-Serie nun auch ein Boom der Fantasy-Literatur erfolgt (ähnlich wie 1979 nach dem Erscheinen von Michael Endes "Unendlicher Geschichte") überrascht nicht. So wurden die beiden Taran-Bände mit neuem Titelbild - im Stile des amerikanischen Harry Potter - ausgestattet, die damaligen Übersetzungen jedoch bis auf wenige Kürzungen unverändert belassen - lediglich der neuen Rechtschreibung angepasst. Schade nur, dass sich die Landkarten der Ursprungsbände nicht in den neuen Bänden wiederfinden. Insgesamt ist es jedoch toll, dass die Bände erneut aufgelegt wurden und damit wieder lieferbar sind. Die amerikanischen Kritiken (vgl. "Taran Wanderer" (Taran und der Zauberspiegel)) bei Amazon.de sind enthusiastisch - zu Recht - hier wird märchenhafte, anspruchsvolle Fantasy geschrieben - die die eigene Phantasie anregt ohne zu vergewaltigen. Besonders beeindruckend ist für mich auch, dass das übliche Gut-Böse-Schema vieler Fantasy-Reihen durchbrochen wird: differenzierte, hervorragend gezeichnete Charaktere mit ihren Stärken und Schwächen werden gezeichnet: das Plus der Reihe. Ein Beispiel: so wird in Taran und der Zauberkessel ein Verräter entlarvt: doch auch er wird nach seinem Tode nicht verdammt, sondern erhält ein Grab: der "Held" der Serie, Fürst Gwydion, belehrt Taran: "Es ist leicht, einen Mann zu verurteilen. Ihm Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, ist tausendmal schwerer. Bevor ihn der Hunger nach Macht überkam, hat Morgant den Söhnen des Hauses Don viele Jahre lang treu gedient. Mehr als einmal hat er mir in der Schlacht das Leben gerettet. Das darf ich ihm nicht vergessen: trotz allem, womit er uns in den letzten Tagen erschreckt hat! Ich werde ihn dafür ehren, als was er sich in der Todesstunde erwiesen hat."
Leider hat der Verlag gerade an dieser Stelle eine entscheidende Kürzung gegenüber der früheren Ausgabe vorgenommen: Dort hieß es: "Ich werde ihn dafür ehren, was er dereinst gewen ist - wie ich Ellidyr dafür ehre, als was er sich in der Todesstunde erwiesen hat." (Ellidyr hatte aufgrund seines Stolzes den Verbündeten schweren Schaden zugefügt, diese aber am Ende gerettet - durch ein selbstloses Opfer, welches hier nicht verraten werden soll). Dies zeigt, wie differenziert hier Charaktere bewertet werden. Schade, dass der Verlag solche Textabschnitte abgeschnitten hat.
Fazit
Diese Fantasy-Reihe gehört zum Spitzenprodukt der Fantasy-Literatur überhaupt.
9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne

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Vorgeschlagen von Bernhard Nowak [Profil]
veröffentlicht am 19. Januar 2003

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