Die Pest wütet - und nach und nach kommt nicht nur Elias Familie um, nein, am
Ende ist außer Elias kein Bewohner des kleinen Dorfes mehr am Leben. Also
verlässt er das Dorf, nicht jedoch, bevor er im jüdischen Nachbardorf nach
weiteren Überlebenden gesucht hat. Doch ihm bietet sich ein schlimmes Bild: Alle
Häuser sind niedergebrannt, und außer dem stummen Mädchen Sulamith ist auch hier
niemand übrig. Zusammen machen sie sich auf die Suche nach einer neuen Bleibe.
Die Hebamme aus Elias' Dorf hat von Marienborn erzählt, doch dort sieht es für
die beiden auch nicht gut aus. Sie kommen in ein Kloster, dessen Abt komische
Pläne mit den vielen Jugendlichen schmiedet, die im Kloster leben. Warum
behandelt er sie so schlecht, und warum verschwinden manchmal über Nacht Jungen?
Nach einiger Zeit ertappen sie den Abt bei einem nächtlichen Gespräch mit einem
Kinderhändler, dem er gehörige Gehilfen verkauft. Mit der Hilfe eines Mönches
gelangen Elias und Sulamith zu dessen Familie, zum Herzog von Ballingen. Doch
auch hier haben sie es nicht besser: Der Herzog benutzt Elias zum Abreagieren
und prügelt ihn immer wieder grundlos aus - und Sulamith ist plötzlich
verschwunden...
Fazit
Jana Frey hat mit dem "Prügelknaben" einen spannenden Jugendroman
vorgelegt. Gekonnt verwendet sie im historischen Kontext auch viele Stilblüten,
die die Darstellung noch authentischer machen. Doch daneben wird auch ein
zweiter Schwerpunkt stark betont. Der prügelnde Herzog ist neben Elias der am
stärksten ausgeprägte Charakter des Buches und seine grausamen Prügelattacken
(Vorsicht, in den Gewaltszenen nimmt Frey kein Blatt vor den Mund!) erscheinen
dem Leser nach seinen Erklärungsversuchen in einem ganz anderen Licht, ja,
erhalten fast schon eine Berechtigung. 9 Sterne für ein gut durchdachtes und
geschriebenes Buch.
Die vergitterte Welt Ich will! Ich will! weitere Rezension zu diesem Buch schreiben Rezension als PDF-Datei speichern Direkt verlinken: http://www.buchtips.net/rez2024.htm Vorgeschlagen von Nico Haase
[Profil] | ||||