Emma Hamberg: Linas geheime Liebesnotizen

Linas geheime Liebesnotizen

Verlag: Rowohlt Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Jugendroman
ISBN-13 978-3-499-21316-8

Preis: aktuell keine Daten vorhanden
Tagebuchaufzeichnungen eines jungen Mädchens reizen dazu, einmal einen verstohlenen Blick hinein zu werfen. Was mag in diesem jungen Menschen vorgehen, welche Gedanken, welche Gefühle hat er? Nicht heimlich, sondern ganz offiziell öffnet Lina ihr Tagebuch in dem Jugendroman "Linas geheime Liebesnotizen". In diesem Buch notiert sie alles, was sie bewegt und erlebt. Sehr intim, sehr ehrlich, sehr intensiv.

Lina ist 15 und noch immer ungeküsst. Doch das soll sich bald ändern, schließlich will sie mitreden können, wenn ihre erfahrenen Freundinnen sich unterhalten. Von denen hat die ein oder andere sogar schon ihre Unschuld verloren. Weil Lina endlich auch dazu gehören möchte, lässt sie sich von Thea, ihrer vermeintlich besten Freundin, sogar mit Danne "verkuppeln", den sie zwar ganz nett findet, aber eben nicht liebt. Nur leider ist Lina nicht in der Lage, Selbstbewusstsein zu zeigen und das zu sagen oder zu tun, was sie eigentlich will. Viel zu wichtig ist ihr momentan noch das, was andere von ihr denken!

Dabei ist Lina ganz schrecklich verliebt. Nämlich in Ivar. Doch der ist zwei Jahre jünger als sie und geht erst in die siebte Klasse. Was würden die anderen nur sagen, wenn Lina sich plötzlich zu diesem Verliebtsein bekennen würde? Nein, da ist es doch viel einfacher so weiter zu machen wie bislang.

Lina geht in dem Roman sogar soweit mit Danne zu schlafen, empfindet dabei aber rein gar nichts. Eigentlich ist es ihr fast gleichgültig, das erste Mal, das sie "hinter" sich bringt, weil alle eben schon mal mit einem Jungen geschlafen haben.

Nur ganz langsam erkennt Lina, dass es wichtig ist, den eigenen Weg zu gehen. Erst als sie den Mut aufbringt, sich von Danne zu trennen, dann aber die Angst hat, schwanger zu sein, geht ihr endgültig ein Licht auf: Lina ist Lina und muss ihr eigenes Leben leben.

Liebe und Sexualität sind Themen, die junge Menschen mit 15, 16 Jahren stark bewegen. Wie weit aber darf ein Jugendroman gehen, um das Thema authentisch aufzuarbeiten? Eines sei vorweg gesagt, die Autorin Emma Hamberg geht sehr weit. Soweit, dass junge Mädchen hier sogar fast eine Anleitung zur Selbstbefriedigung erhalten; soweit, dass jeder Leser nachvollziehen kann, wie ein Geschlechtsakt funktioniert. Ob solch eine Intimität tatsächlich auf diese Art schriftstellerisch aufgearbeitet werden muss? Darüber lässt sich streiten, ohne Frage. Gerade weil sich das Buch an eine Altersgruppe richtet, die noch dabei ist erste sexuelle Erfahrungen zu machen. Aufklärung ist wichtig, Prüderie sicher fehl am Platze. Aber Textpassagen, die vor allen Dingen Voyeuristen ansprechen, müssen sicherlich nicht sein bei jugendlichen Leserinnen und Lesern, die sich noch in der Pubertät befinden.

Emma Hamberg ist dafür bekannt, offene und verständliche Wort zu sprechen. Ihr "Ratgeber" "Liebe und Sex", ebenfalls bei rororo rotfuchs erschienen, nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es um diese beiden Themen geht. Als Moderatorin einer schwedischen Radiosendung für Jugendliche hat immer wieder mit Fragen zu Liebe und Sexualität zu tun - und beantwortet diese offen und für schonungslos.
Fazit
Trotz der oben genannten Kritikpunkte ist das Buch "Linas geheime Liebesnotizen" übrigens ein gutes Buch und empfehlenswert. Weil es nachdrücklich und mit einer ungeheuren Intensität zeigt, wie wichtig es ist, als junger Mensch seinen eigenen Weg zu gehen. Weil es zeigt, wie wichtig es ist, nicht in der Masse unterzugehen, sondern ein Individuum zu bleiben - mit eigenen Wünschen, Vorstellungen und manchmal eben auch gegen "die anderen". Weil es zeigt, dass dieser Weg nicht immer einfach zu gehen ist - aber dennoch lohnenswert ist.
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Vorgeschlagen von Martina Meier [Profil]
veröffentlicht am 16. Mai 2006

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