Katharina Bachmann: Deadline

Deadline

Verlag: novum Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Belletristik
ISBN-13 978-3-900693-64-1

Preis: 14,90 Euro bei Amazon.de [Stand: 24. September 2016]
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Wie würde unser Leben verlaufen, wenn wir wüssten, wann wir sterben? Dieser Frage hat sich Katharina Bachmann in ihrem zweiten Roman "Deadline" gewidmet. Nach der Trauerfeier eines engen Freundes war ihr vor einigen Jahren aufgefallen, dass zwischen Geburts- und Sterbemonat vieler Verstorbenen auf dem Friedhof nur drei Monate lagen. "Sinnsuche ist in erster Linie die Suche nach Zusammenhängen. Das menschliche Schicksal erschließt sich nicht rational." - Oder vielleicht doch?
Patricia, die Schwester der Hauptfigur Marc, liegt im Sterben. Die Ärzte geben der Leukämiekranken nur noch wenige Wochen. Aus Verzweiflung versucht Marc, eine Formel zu finden, um ihren Todeszeitpunkt zu berechnen. Nach wildem Herumprobieren - im Buch beginnt er damit, die Quersumme des Geburtsdatums mit 365 zu multiplizieren und dann durch 24 zu teilen - scheint er Erfolg zu haben, denn es ergibt sich ein Todesdatum für seine Schwester - eine Woche wird sie noch leben. Panik befällt ihn jetzt schon, sieht er ihren Tod so nah vor Augen, doch noch angespannter wird Marc, als sich seine Berechnung bewahrheitet. Wie soll er nun mit der Entdeckung umgehen - kann er sie zu Geld verwandeln oder sollte sie schnell wieder vernichtet werden?

Gehe ich vom rein literarischen Level aus, so liegt mit "Deadline" ein gelungener Roman vor. Katharina Bachmann baut unglaubliche Spannung auf und lässt Marc in so manches offene Messer laufen, zum Beispiel als seine Formel auf einen Schlag doch ein falsches Ergebnis liefert. Die Charaktere bekommen starke persönliche Züge; jeder hat sein eigenes begründetes und ersichtliches Interesse an der Formel.

In einem Punkt kann ich Bachmann jedoch nicht ganz nachvollziehen. Die Suche nach der Formel gleicht mehr wildem Suchen nach einem unbestimmten Ergebnis. Denn in welcher Form soll das Ergebnis am Ende vorliegen? Erhält man über verschiedene Formeln Tag, Monat und Jahr, oder ergibt sich eine Angabe in Sekunden seit dem 1. Januar 1900? Und mit welcher Sicherheit liegt in der Formel nicht zusätzlich noch ein absolutes Glied vor? Dass die Hauptfigur sich direkt vom erstbesten Ergebnis vollkommen verschrecken lässt, wirkt nicht ganz glaubwürdig, da jegliche Überprüfung unterbleibt.
Fazit
Spannung ja, mathematische Glaubwürdigkeit naja. Zu sieben Sternen reicht es aber auf jeden Fall.
7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne

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Vorgeschlagen von Nico Haase [Profil]
veröffentlicht am 10. April 2006

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