Patrick Quentin: Puzzle für Spieler

Puzzle für Spieler

Verlag: Diogenes Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Krimi
ISBN-13 978-3-257-21870-1

Preis: 0,78 Euro bei Amazon.de [Stand: 26. September 2016]
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Patrick Quentin ist ein Pseudonym. Hinter diesem verbirgt sich der 1912 geborene Hugh Callingham Wheeler. Seine Romane verbinden den klassischen britischen "Who-done-it-Krimi" mit Elementen der amerikanischen Detektivgeschichte. Francis Iles, besser bekannt als Anthony Berkeley, hat Quentin als "Die Nummer Eins der amerikanischen Kriminalautoren" bezeichnet und so dürfte es kein Zufall sein, dass Berkeley und Quentin zu meinen Lieblings-Krimiautoren gehören. Neun der Romane Quentins, unter anderem der hier rezensierte, enthalten als Zentralfigur Peter Duluth, einen Theaterdirektor, der sich nebenbei ganz zufällig mit Verbrechen beschäftigt. Im vorliegenden, aus meiner Sicht spannendsten der Peter-Duluth-Romane geht es um makabre Ereignisse vor der Aufführung des Theaterstückes "Gefährliche Fluten" im New Yorker Dagonet-Theater. Dieses ist arg heruntergekommen und auf ihm soll ein Spuk lasten. Keine günstigen Umstände, das Stück zu proben, mit dem Peter Duluth, ein talentierter junger Regisseur, der nach psychischen Problemen sein berufliches Come-back versucht. Unter mysteriösen Umständen finden nacheinander zwei Schauspieler den Tod und ein weiterer - einer der beiden Hauptdarsteller - wird bei einem Mordanschlag schwer verletzt. Wer steckt hinter den Verbrechen? Wer hat ein Interesse daran, dass die Premiere nicht stattfindet. Dr. Lenz, Psychiater und Betreuer von Peter Duluth und seiner Freundin Iris, betätigt sich als Detektiv. Allmählich kommt er dem Mörder auf die Spur...

Das Buch besticht - wie alle Quentin-Romane durch die Kunst, "Suspense" zu erzeugen, wie dies Alfred Hitchcock genannt hat, die Kunst, unerträgliche Spannung aufzubauen. Die Charaktere und Laster der verschiedenen Schauspieler werden überzeugend herübergebracht. Von Kapitel zu Kapitel wächst die Spannung. Man kann meines Erachtens nicht mehr aufhören zu lesen, bis das Ende des Bandes erreicht wurde. Man sollte sich, wenn man sich an die Lektüre von Quentins Werken begibt, nichts anderes vornehmen oder sie - wie ich es tat - lesen, wenn man erkältet ist und Spannung pur sucht. Diese wird auch dadurch hervorgerufen, dass der Erzähler in Ich-Form berichtet und den Leser damit zur Identifikation und zum "Mit-Leiden" zwingt. Wird das Stück des Regisseurs aufgeführt werden können? Passiert ihm auch nichts? Außerdem bedient sich Quentin des Mittels des "allwissenden Erzählers", der an einigen Stellen andeutet, die Lösung der rätselhaften Ereignisse zu kennen: "Viel später erst wurde mir klar, wie wichtig dieser Momehnt war".

Doch nicht nur Spannung, auch Fairness prägt den Krimi von Patrick Quentin. Er verletzt nie die "goldenen" Regeln des Detektivromans und verknüpft raffiniert die Handlungsfäden miteinander. Erst beim zweiten Lesen bemerkt man: eigentlich konnte nur Person XY der Täter sein - die Spuren waren offensichtlich - aber geschickt verschleiert.
Fazit
Nur ein Meister seines Faches kann beides - Handlungslogik und Spannung - perfekt miteinander verknüpfen. Patrick Quentin ist ein solcher Wurf gelungen und Francis Iles Diktum meines Erachtens vollkommen richtig. Unbedingt lesen.
10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne
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Vorgeschlagen von Bernhard Nowak [Profil]
veröffentlicht am 07. April 2006

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