Heiner Boehncke, Hans Sarkowicz: Literaturland Hessen

Literaturland Hessen

Verlag: Societäts-Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Sachbuch
ISBN-13 978-3-7973-0879-5

Preis: 1,97 Euro bei Amazon.de [Stand: 29. September 2016]
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In der Lokalpresse wurde über eine Lesung zweier Autoren in Offenbach aus ihrem neuen Buch: "Literaturland Hessen" berichtet. Neugierig geworden, habe ich mir dieses Buch besorgt und ich muß gleich sagen: es ist ein Juwel. Auf 415 Seiten wird eine Literatur- und Kulturgeschichte Hessens dargeboten, die an Verständlichkeit der Darstellung, Spannung und Plastizität meines Erachtens bisher einmalig ist. Hessens Städte, Berge und Flüsse, seine vielfältigen Landschaften und seine kulturellen Zeugnisse kann man in den literarischen Texten kennenlernen. Dies beginnt gleich beim ersten Beitrag, der Literaturstadt Frankfurt, die Goethe als Schwerpunktthema hat (wobei ein hervorragendes Kurzportrait Goethes mitgeliefert wird), welches seine literarischen Stationen in Hessen verdeutlicht. Aber auch weitere "Köstlichkeiten" kann der Leser entdecken: so wird ausführlich über das Alltagsleben der Frankfurter Messestadt, die Krönungen der deutschen Kaiser berichtet und es werden auch unbekanntere Autoren ins Blickfeld gerückt. So wird auf die berühmte erste Veröffentlichung des Fauststoffes (Historia von D. Johan Fausten aus dem Jahre 1587) beim Frankfurter Drucker Johann Spies ebenso verwiesen wie auf heute unbekanntere Dichter verwiesen, wie Johann Friedrich Maximilian Klinger oder Johann Kaspar Riesbeck, der in seinen "Reisebriefen" den Alltag der hessischen Bewohner mit genauen Landschafts- und Städtebeschreibungen lieferte. Auf ähnliche Art und Weise werden Nordhessen (Kassel mit den Brüdern Grimm), die Mitte des Landes (Schwerpunktthema: Georg Büchner) und der Rheingau und Wiesbaden (Schwerpunktthema: Romantik) erfasst. Die Region Darmstadt und seine zahlreichen Dichter werden ebenfalls ausführlich besprochen, wobei hier der Ober-Ramstädter und später in Göttingen lehrende Gelehrte Georg Christoph Lichtenberg, ein bekannter Wissenschaftler seiner Zeit. Ein ausführliches Quellen- und Literaturverzeichnis rundet diesen hervorragend gelungenen Band ab. Man merkt, dass beide Autoren Redakteure sind: Sie arbeiten als Literaturwissenschaftler in Frankfurt und sind auch beim Hessischen Rundfunk als Literaturredakteure tätig. Dies merkt man dem Schreibstil an: verständliche, kurze Sätze, es wird sich auf das Wesentliche konzentriert.
Fazit
Das Buch ist so spannend zu lesen wie ein Krimi und ist für mich eines der schönsten Neuerscheinungen aus dem Jahre 2005.
10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne

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Vorgeschlagen von Bernhard Nowak [Profil]
veröffentlicht am 31. Dezember 2005

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