Der Literaturnobelpreis wurde dieses Jahr zu Recht an Imre Kertesz verliehen.
Denn inhaltlich sowie stilistisch wurde mit diesem Roman ein Stück Weltliteratur
geschaffen, die bislang ihresgleichen sucht. Aus der Sicht des 15jährigen Jungen
wird mit jugendhafter Naivität ganz alltäglich von zweifelsohne inhumanen
Verbrechen innerhalb mehrerer Konzentrationslagers berichtet, in die der
Hauptprotagonist nacheinander deportiert wird. Dabei versucht er, die Taten der
Nationalsozialisten zu verstehen, ja sogar zu akzeptieren. Der Leser bekommt
wegen dieses Kontrastes regelmäßig Gänsehaut, denn mit unbekümmertem, geradezu
kindlichem Stil über Mord- und Foltertaten zu schreiben ist nicht alltäglich
beim sonst so sterilen Berichtstil, den einige Autoren frequentieren.
Dass gerade dieser Kontrast die Brillanz des Werkes kennzeichnet, liegt auf der Hand. Denn Bücher mit vergleichbaren Themen, die bloße Tatsachen aneinanderreihen, gibt es in der Literatur schon genug. Aus dieser Perspektive aber wurde mit solch geistreicher, metaphorischer Sprache noch niemals über den Nationalsozialismus berichtet. Fazit
Ein literarisches Faszinosum; für Freunde sprachlich als auch inhaltlich
hochwertiger und geschmackvoller Literatur ein absolutes Muss!
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