David Almond: Feuerschlucker

Feuerschlucker

Verlag: Carl Hanser Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Jugendroman
ISBN-13 978-3-446-20601-4

Preis: aktuell keine Daten vorhanden
Es ist der Sommer 1962. Bobby lebt in England in einem Arbeiterort direkt am Meer und wechselt aufs Gymnasium. Eigentlich sollte er sich freuen, aber seine Freunde Joseph und Ailsa gehen nicht mit ihm auf die höhere Schule. Fast wäre er dort allein unter Fremden gewesen, aber der neue Nachbarsjunge - Daniel, Sohn von "Gebildeten" - geht auch aufs Gymnasium. Dort sehen sie sich aber mit einem sadistischen Lehrer konfrontiert, der die Schüler schikaniert und fertigmacht. Daniel widersetzt sich aber und versetzt die Schule in Aufruhe, indem er Bilder von dem Lehrer in Aktion, sprich mit Folterinstrumenten, überall aufhängt.

Doch nicht nur die Schüler haben Angst. Seit dem Mai 1962 stationierte die Sowjetunion auf Kuba Atomraketen und Soldaten der Roten Armee, um Amerika schnell angreifen zu können. Im Spätsommer ist die Situation, so wie Almond sie schildert, stark angespannt und Bobby und seine Familie warten nur auf die ersten Bomben.

Das Gegengewicht zur Angst bildet der Feuerschlucker McNulty, der mit Bobbys Vater im Zweiten Weltkrieg gekämpt hat und nun auf Jahrmärkten Feuer schluckt und sich Messer durch die Wangen sticht. Angst gibt es für ihn nicht, trägt er doch immernoch die schrecklichen Erinnerungen an die Kämpfe im Krieg mit sich herum.

Die Situation eskaliert zuletzt: Daniel und Bobby stellen sich den Lehrern und werden von der Schule geschmissen. Zum Glück verstehen seine Eltern ihn, doch auch die politische Lage zwischen Amerika und der Sowjetunion verschärft sich.
Fazit
Angst und Gefahr sind die zwei Worte, die das Buch dominieren - im Gegensatz zur Idylle, die am Anfang noch mit den am Strand spielenden Jugendlichen aufgebaut wird. Eine schmale Gratwanderung dazwischen schildert David Almond, der selbst in der selben Gegend wie Bobby lebte und im selben Alter die Kubakrise erlebte - somit ergibt sich ein sehr klares Bild der damaligen Gefühlslage, intensiv und spannend geschrieben.
9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne
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Vorgeschlagen von Nico Haase [Profil]
veröffentlicht am 25. Oktober 2005

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