Kann das wahr sein? Rainer M. Schröder hat es zum wiederholten Mal geschafft,
sein Leserpublikum zu begeistern. Diesmal spielt sein fantastisches Werk im
Augsburg des Jahres 1490. Caspar Sebald, 16 Jahre alt, ist gerade den zornigen
Fingern des Domherrn entkommen, der ihn wegen Beleidigung seiner Person
eingesperrt hatte, als er bei Bartholomäus Wolkenstein eine feste Anstellung
findet. Dieser ist Kupferstecher und hat seine Werkstatt vor den Toren der
Stadt. Irgendwie ist ihm dieser Job aber nicht geheuer: Bartholomäus hat einen
Raum, den keiner außer ihm betreten darf. Und dauernd bekommt er ungewöhnliche
und gut verpackte Lieferungen, die er mit viel Geld bezahlt. Als Caspar und das
Hausmädchen Karla, das auch in seinem Alter ist, einen Freund ihres Arbeitgebers
retten, stellen sie ihn zur Rede. Bartholomäus ist nicht nur Kupferstecher,
sondern auch ein großer Verehrer historischer Karten.
Diese Information ist nicht besonders vorteilhaft für die beiden Jugendlichen. Nun besitzen sie Wissen, was ihnen spätestens im erneuten Kampf gegen den Domherrn und den Inquisitor Heinrich Institoris, der Wolkenstein wegen Ketzerei verfolgt, zum Verhängnis werden soll. Dann taucht auch noch ein alter Widersacher des Kartenmachers auf - die Katastrophe ist perfekt....... Fazit
Um auf die rhetorische Frage vom Anfang zurück zu kommen: Es kann sein. Dieses
Buch liest sich noch leichter als seine vorherigen Werke, obwohl das eigentlich
gar nicht mehr sein kann. Ich habe den 430-Seiten-Wälzer fast in einem Stück
durchgelesen. Man ist die unglaubliche Erzählweise von RMS zwar schon gewöhnt,
aber mit diesem Roman hat er sein Talent wieder glänzend bewiesen.
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