Ersi Sotiropoulos: Bittere Orangen

Bittere Orangen

Verlag: dtv [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Belletristik
ISBN-13 978-3-423-24274-5

Preis: aktuell keine Daten vorhanden
Im Mittelpunkt des Geschehens steht eine außergewöhnliche Geschwisterbeziehung, die überdies auf eine ganz besonders extreme Art und Weise von dem Gesundheitszustand der Schwester und den Lebensbedingungen des Bruders geprägt ist.
Lia ist eine junge Frau um die dreißig. Sie hat eine Krankheit, die erst sehr spät als Hcnvbm diagnostiziert wird und eine Art Anti-HIV ist. Lias Körper kämpft also gegen einen Virus, den es gar nicht gibt - einen eingebildeten Virus sozusagen. Von Tag zu Tag wird klarer, dass sie an diesem Anti-Aids-Virus sterben wird. Mit ihrem Bruder Sid, einem lethargischen Lebenskünstler der besonderen Art, lebt sie - so weit es noch geht - die frühkindlichen Liebesbeweise und Streitereien aus, die die beiden schon als Kinder verbunden haben.
Lia fühlt sich zudem von Sotiris, der dritten Außenseiterfigur des Romans, einem etwas verklemmten Krankenpfleger, gequält, für den sie wiederum nur "die Gestörte von Zimmer Elf" ist. Sie bittet ihren Bruder Sid, Sotiris für sein Verhalten zu bestrafen.
Dem Bruder gelingt es, sich in das Leben des Krankenpflegers einzuschleichen, ihm seinen geschwätzigen Papagei aufzuschwätzen, und den lästigen Chinesen, der Tag und Nacht seine Nummer wählt, an den Krankenpfleger weiterzureichen.
Schließlich landen die beiden Männer sogar in Sotiris' Heimatdorf. Dort kommt alles anders als geplant: Statt seine Schwester zu rächen, gerät Sid mehr und mehr in den Sog von Sotiris. Gegen Ende vereitelt Sid sogar den Mord an der zwölfjährigen Nina, die in Sotiris‘ Heimatdorf die Ferien verbringt. Als sie bei einem Spaziergang den onanierenden Sotiris überrascht, heckt jener aus Angst vor der Schande im Dorf einen verrückten Mordplan aus, der - natürlich - scheitert.

Der Roman besticht durch seine Originalität, seinen tiefschwarzen Humor und durch die Lust an diversen Absurditäten. Die vier Hauptpersonen sind häufig sprachlos und demonstrieren dem Leser damit ihre emotionale Hilflosigkeit. Der ständige Wechsel der Perspektive unterstreicht wie isoliert die Personen im Grunde sind. Nur die pubertierende Nina rettet sich am Schluss des Romans in eine bessere Welt. Sie löst ihre Probleme durch das Schreiben, das Aufschreiben. " Mit meinem Verstand halte ich ein wunderbares Gleichgewicht. Ich kann schreiben, was mir gefällt."


Ersi Sotiropoulos, 1953 in Patras geboren, lebt als freie Schriftstellerin in Athen. Sie studierte Kulturelle Anthropologie und arbeitete bei der Griechischen Botschaft in Rom. Inzwischen lebt sie als freie Schriftstellerin in Athen. "Bittere Orangen" ist ihr siebtes Buch. Es ist der erste griechische Roman, der mit den beiden wichtigsten Literaturpreisen des Landes, dem Griechischen Staatspreis für Literatur und dem Diavaso-Literaturpreis, ausgezeichnet wurde.
Fazit
Kein Mainstream...
7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne

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Vorgeschlagen von Heide John [Profil]
veröffentlicht am 23. August 2005

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