Marcel Reich-Ranicki: Sieben Wegbereiter

Sieben Wegbereiter

Verlag: dtv [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Sachbuch
ISBN-13 978-3-423-13245-9

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Zum 100. Todestag von Thomas Mann suchte ich aus der Fülle der Literatur über ihn einen kurzen Essay über ihn, welcher den Zusammenhang zwischen Person und Werk herausstellen sollte. Das für mich interessanteste Portrait fand ich in Marcel Reich-Ranickis Werk. Zugegeben, Marcel Reich-Ranicki ist ein Verehrer von Mann. Aber sind nicht auch die Buddenbrocks ein wichtiges Werk des beginnenden 20. Jahrhunderts? Um es gleich zu sagen: ich habe selten so informatives über den Zusammenhang zwischen Werk und Person eines Autors gesehen, wie in diesen sieben, brilliant geschriebenen Essays. Wer eine Einführung in das Werk wichtiger deutschsprachiger Schriftsteller des 20. Jahrhunderts sucht, ist mit diesem Band gut beraten. "Indem Reich-Ranicki die Autoren in sein Spiel mit den Romanen mischt, macht er sie für die Leser lebendig" schreibt Gert Ueding - das Zitat findet sich auf der Rückseite der Taschenbuch-Ausgabe. Und so ist es. Wir erfahren viel über Arthur Schnitzler, Thomas Mann, Alfred Döblin, Robert Musil, Franz Kaftka, Kurt Tucholsky und Bertold Brecht. Dabei stellt Reich-Ranicki klar, dass er diese Autoren nicht unkritisch sieht. Er schätzt den Psychologen, den Epiker Thomas Mann, er hält viel von den "Verwirrungen des Zöglings Törless" von Musil, während er dessen Mammutroman: "Mann ohne Eigenschaften" nichts abgewinnen kann - zu langatmig und konzeptionslos sei dieses Werk. Manchmal mögen die Urteile zu subjektiv gefärbt sein, auch die Länge der Essays ist sehr unterschiedlich: Arthur Schnitzler und Franz Kafka werden etwa mit 22 Seiten abgehandelt, Döblin erhält jedoch über 30, Thomas Mann über 80 Seiten. Hier liegt ein Missverhältnis vor - was die Vorlieben des Verfassers für bestimmte Autoren - wie Thomas Mann - verdeutlicht. Es hätten meines Erachtens gut und gerne weitere Autoren, wie Siegfried Lenz oder Thomas Bernhard. Max Frisch oder Heinrich Böll erwähnt werden können. Dies holt der Autor jedoch in seinem Band: "Lauter schwierige Patienten" nach - wo er in Gesprächen mit Peter Voß erneut auf wichtige Schriftsteller des 20. Jahrhunderts eingeht.Dieser Band sei daher unbedingt als Ergänzung zu dieser vorliegenden Sammlung an Essays empfohlen. Zum 100. Todestag Thomas Manns sei auch die Neuausgabe von: "Thomas Mann und die Seinen" erwähnt, die im Februar 2005 erschienen ist und zum wichtigsten gehört, was über diesen Autor und seine Familie geschrieben worden ist.
Fazit
Dennoch gehört dieser Band zu den lesenswertesten und unterhaltsamsten Einführungen in Leben und Werk wichtiger deutschsprachiger Autoren des 20. Jahrhunderts.
8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne
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Vorgeschlagen von Bernhard Nowak [Profil]
veröffentlicht am 31. Juli 2005

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