Dan Brown: Diabolus

Diabolus

Verlag: Bastei Lübbe [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Thriller
ISBN-13 978-3-7857-2194-1
Preis: 19,90 Euro bei Amazon.de [Stand: 21. März 2010]

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Wer kontrolliert die USA?

Eine amerikanische Organisation durchforstet die Emails dieser Welt. Das Motiv ist edel und heißt innere Sicherheit und Sicherheit für die ganze Welt. Das dies im Widerspruch zu dem Grundrecht Briefgeheimnis steht, das in den Verfassungen fast aller demokratischer Staaten verankert ist, wird mit dem höheren Ziel gar nicht erst ausdiskutiert.

Ein ehemaliger Mitarbeiter entwickelt etwas, das die hohe Leistungsfähigkeit des bis dahin besten Dechiffriersystem Widerstand leistet und es lahm zulegen droht. Die Organisation entsendet eine Mitarbeiter, der den Schlüssel gegen diese Bedrohung suchen soll. Aber der Protagonist hat einen bösen Verfolger, der alle seine Kontakte eliminiert und am Ende auch ihn töten will. Dies hat eine spannende, temporeiche Schnitzeljagd zur Folge.

Zeitgleich suchen die Mitarbeiter im Gebäude ebenfalls nach alternativen Lösungen. Nicht alle arbeiten dabei auf der gleiche Seite. Hat der Angreifer Verbündete im Gebäude? Auch hier kommt es zu Opfern.

Die Interpretation des Angriffs auf die EDV-Anlage erscheint ebenfalls nicht einfach. Zunächst wurde ein nicht dechiffrierbarer, weil mutierender Code, vermutet. Dann scheint es sich um einen Virus zu handeln, der nur deshalb wirken kann, weil man zuvor die Schutzmechanismen gegen Viren deaktivierte, um die Dechiffrierung wirksamer voran zu treiben. Ziel des Angriffs ist nicht die Zerstörung des Computersystems, sondern seiner Schutzmechanismen. Schwer verständlicher Stoff für einen Computerlaien.
Fazit
Die Geschichte ist spannend geschrieben und hat Handlungsstränge die teils logisch für den Leser nachvollziehbar sind. Leider gibt es zu viele Scharaden, zu viele ambivalente Figuren, bis hin zu dem nicht durchschaubaren Konzept, das die fragwürdige Organisation außer Kraft setzen soll. Zuviel von allem schadet immer und hieran leidet das Werk und mit ihm der Leser. Trotz guter Kernidee, mit durchaus realem Hintergrund, wirkt die Geschichte unecht und überzogen. Die Chance zu einem ethisch, moralischem Dialog über das Grundrecht Briefgeheimnis in der heutigen Zeit mit ihrer Technik wurde vertan.

Vorgeschlagen von Lothar Hitzges [Profil]
veröffentlicht am 18. Juli 2005

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