Jonathon King: Das Messer im Sumpf

Das Messer im Sumpf

Verlag: Droemer Knaur [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Krimi
ISBN-13 978-3-426-62382-4

Preis: aktuell keine Daten vorhanden
Bei dem vorliegenden Kriminalroman handelt es sich um das Debut des Journalisten Jonathon King, der als Gerichtsreporter in Südflorida tätig ist. Sein vorliegendes Werk wurde mit dem renommierten Edgar Award ausgezeichnet.

Max Freeman ist Polizist, als er eines Tages in Notwehr einen Jugendlichen erschießt. Er quittiert daraufhin den Polizeidienst und sucht sich auf Anraten seines Freundes, des Anwalts Bill eine neue Heimat: die sogenannten Everglades in Südflorida, wo er in einer einsamen Hütte lebt. Eines Nachts entdeckt er auf einer Kanufahrt eine Kinderleiche. Die örtliche Polizei verdächtigt Freeman, der Täter zu sein und weitere Kinder auf dem Gewissen zu haben. Aus zunächst unbekannten Gründen gerät Freeman selber in das Visier des Mörders. Was sind dessen Motive? Haben die Rancher, die Ureinwohner der Everglades, der waldreichen Landschaft Südfloridas, mit den Morden zu tun? Allmählich entwickelt sich ein Wettlauf zwischen Max Freeman, der Polizei und dem Mörder. Wird er gestellt werden und so die unheimliche Serie des "Mondscheinmörders" enden?

Die Stärken des vorliegenden Kriminalromans liegen in der Zeichnung der Charaktere, insbesondere des Ich-Erzählers Max, der mich sehr an Steve Hamiltons Alex McKnight erinnert hat, die ebenfalls an der Grenze der Zivilisation, an der amerikanisch-kanadischen Grenze, spielen und bei DuMont erschienen sind. Max steht in der Tradition der "Private Eye"-Romane von Hammett und Chandler. Auch hier ist er weniger der - aus seiner Sicht gescheiterte - Polizist, sondern der - eher widerwillig in die Ermittlungen einbezogene - Detektiv, der schließlich - im Gegensatz zur Polizei, den "Fall" aufklärt. Aber auch die Rancher, die Ureinwohner der Everglades, sind meisterhaft gezeichnet.

Außerdem kann der Leser - ähnlich wie bei Hamilton - die Landschaft geradezu bildlich vor sich sehen, die Landschaftsbeschreibungen des hier lebenden Autors King sind sehr plastisch und fesselnd geraten.

Leider jedoch gilt dies nicht für die Handlung. Sie ist stellenweise nicht konsistent und nachvollziehbar. So habe ich das Motiv des Täters nicht nachvollziehen können, es schien mir eher "an den Haaren herbeigezogen". Außerdem konnte ich nicht nachvollziehen, warum der Ich-Erzähler so lange von der Polizei - wie sich herausstellt zu unrecht - verdächtigt wurde und diese alternative Szenarien lange einfach ignoriert.

Vor allem: es kommt sehr lange keine Spannung auf. Relativ schnell ahnt der Leser, aus welchem Umfeld der Täter kommt und stellenweise wirkt die Handlung zu langatmig. Ich war daher nicht gefesselt und habe große Disziplin gebraucht, das Buch nicht aus der Hand zu legen.

Um nicht missverstanden zu werden: Aufgrund der Charakterzeichnung, die differenziert und glaubwürdig ist und der Landschaftsbeschreibung ist dies ein interessantes Buch, jedoch ist das Buch zu langatmig und von der Handlung und Motivation des Verbrechens meines Erachtens nicht immer logisch und plausibel.
Fazit
Ein guter Thriller sollte vor allem auch atemberaubend spannend und fesselnd sein und dies finde ich nicht. Spannung kommt erst nach dem ersten Drittel auf.

Daher insgesamt nur 6 Punkte.
6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne

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Vorgeschlagen von Bernhard Nowak [Profil]
veröffentlicht am 12. März 2005

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