Linn Ullmann: Gnade

Gnade

Verlag: Droemer Knaur [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: klassische Literatur
ISBN-13 978-3-426-19652-6

Preis: aktuell keine Daten vorhanden
Wir leben, wie wir träumen,... allein. (Joseph Conrad)

Der Protagonist wird sterben und lässt sein Leben Revue passieren. Ganz anders als "Der Meteor" von Friedrich Dürrenmatt lebt Sletten zurückgezogen, im Ruhestand, mit seiner zweiten Frau Mai. Seine Lebensstationen als Ehemann, Vater und mittelmäßiger Journalist machen deutlich, so ist das Leben wirklich. Die Summe der Ereignisse, an die wir uns erinnern ist zwangsläufig begrenzt. Die Wichtigkeit und Bedeutung sind relativ, und unser Gehirn spielt uns Streiche bei deren Auswahl.

Doch Johan hat noch ein Anliegen. Er will in Würde sterben. Von seinem Vater weis er, was das Fehlen von Würde beim Sterben bedeutet und er möchte nicht so enden. Seine Frau ist Ärztin und es steht in ihrer Macht zu helfen. Die Liebe seiner Frau Mai zu ihm ist groß, das weis Johan. Es finden kurze Gespräche zwischen den beiden statt, kurz aber bedeutungsschwer. Aber die Auseinandersetzung erfolgt größtenteils in Johan’s Kopf. Es geht ihm nicht um geltendes Recht, Moral oder Ethik. Er denkt ganz rational und ganz egoistisch, mein Leben, mein Tod. Er will Würde und verbindet diese mit einem friedlichen Entschlafen aus dieser Welt.
Fazit
Der kurze Roman versteht es gut, die Sympathien seiner Leser zu wecken. Die Mittelässigkeit spricht jeden an, denn sie ist ehrlich und real. Der schmerzhafte Tod durch Krebs ist leider weiter verbreitet, als allgemein wahrgenommen. Die Antwort darauf, vorzeitig zu gehen ist umstritten. Das Duell von Chemie und Morphium gegen die apokalyptischen Reiter in Form von Krebszellen ist der vorgewiesene Weg in unserer Gesellschaft. Dagegen denkt der Protagonist Sletten an.
7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne
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Vorgeschlagen von Lothar Hitzges [Profil]
veröffentlicht am 18. September 2004

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