Ganz, ganz sparsam mit Worten beschreibt Eric-Emmanuel Schmitt die Freundschaft
des jüdischen Jungen Moses mit Monsieur Ibrahim, Moslem, genauer gesagt, Sufi,
alterslos ("Monsieur Ibrahim war schon immer alt"), und - weise. Der
pubertierende Moses lernt von dem alten Mann, die Welt in eine erträgliche
Perspektive zu rücken; durch seine Zuneigung und Fürsorge, und vor allem durch
jene Lebensweisheiten, die Monsieur Ibrahim für jede Situation bereithält. Er
erfährt das "Geheimnis des Lächelns", wie man Frauen um den Finger
wickelt, oder warum man nur das behalten kann, was man verschenkt. Mit dem
Wissensschatz, den Monsieur Ibrahim aus seinem langen Leben und aus seinem Koran
bezieht, kann auch Moses die an ihn gerichteten Herausforderungen meistern:
Liebe, Freundschaft, Trauer, Abschied. Nicht weniger als diesen großen Themen
des Daseins ist Eric-Emmanuel Schmitt auf der Spur, und erzählt von den wirklich
wichtigen Dingen im Leben in wohltuend einfacher Sprache.
Fazit
Trotz der Polarität der Religionen und Kulturen bleibt "Monsieur Ibrahim
und die Blumen des Koran" eine Geschichte ohne Ecken und Kanten. Glatt und
rund wie eine Kugel schillert die kleine, ausdrucksstarke Parabel in allen
Regenbogenfarben - irisierend, faszinierend, fluoreszierend - bezaubernd.
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