Gisela Heidenreich geht auf die Suche nach ihrem Geburtsort und ihrem Vater, den
ihr ihre Mutter lange verschwiegen hat. Sie kam als uneheliches Kind deutscher
Eltern in einem Lebensbornheim in Norwegen zur Welt. Zusammen mit ihrer betagten
Mutter reist sie auf den Spuren ihrer Kindheit nach Norwegen. Doch die erhoffte
Annäherung an ihre Mutter bleibt aus, die alte Dame gibt immer nur gerade
soviele Informationen preis, wie Gisela Heidenreich bereits selbst
herausgefunden hat.
Heidenreichs Mutter erwartete von einem verheirateten SS-Standartenführer der Bad Tölzer Junkerschule ein Kind und brachte es "diskret" im norwegischen Heim Klekken zur Welt. Nach dem Krieg erlebte die Autorin in ihrem Heimatort Tölz ein Wechselbad der Gefühle: die Frau, die sie für ihre Mutter gehalten hatte, ist tatsächlich ihre Tante. Weil sie in Oslo geboren ist, wird sie "Norwegerin" und "SS-Bankert" genannt. Jahrelang hatte ihre Mutter behauptet, der Vater wäre tot, dann soll er in der DDR leben und Kontakt zu ihm unmöglich sein. Gisela Heidenreich entdeckt durch eigene Recherchen einen liebevollen, an ihr interessierten Vater und drei Halbgeschwister. Ihre Mutter hatte die eigene Tätigkeit beim Lebensborn als Adoptionsvermittlung verharmlost und war nicht bereit, einem Mann, der sich noch an sein Leben vor der Adoption erinnern konnte, nach dem Krieg bei der Suche nach seiner Herkunft zu helfen. Ihre Zeugenaussagen bei den Nürnberger Prozessen kann sie lange vor ihrer Tochter verheimlichen. Fazit
Eine fesselnde Biographie, die den Einfluss des Nationalsozialismus auf das
Leben der Kinder- und Enkelgeneration dokumentiert.
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