Was erwartet ein Leser bei einem Buch mit dem Titel "Die Muse eines
Schriftstellers und andere Kriminalgeschichten". Genau,
Kriminalgeschichten. In diesem Buch mit rund 110 Seiten hat Harry Stoll 20
seiner Geschichten gesammelt, die dem Prädikat Kriminalgeschichten aber nur
haarscharf gerecht werden. Zu einer solchen Geschichte gehört nämlich meiner
Meinung nach nicht nur ein Mord oder ein anderer, in irgendeiner Art
ermittelnswerter Vorgang, sondern auch Spannung. Diese ist aber nur in einem
sehr geringen Bruchteil der Geschichten zu finden.
Als Beispiel sei die dritte Geschichte, "Der Rechenfehler", genannt. Eine Frau hat, neben ihrem Ehemann, noch einen zweiten Sexualpartner, mit dem sie sich immer trifft, bevor ihr Mann aus dem Büro kommt. Nun kommt ihr Geliebter mit einiger Verspätung und sie muss irgendwie versuchen, ihren Mann auf dem Heimweg aufzuhalten. Sie ruft im Büro an, damit er der Nachbarin noch eine Flasche Prosecco zum Geburtstag mitbringt. Unglücklicherweise kommt er doch früher nach Hause, trifft auf ihren Geliebten und bringt ihn um. Dem Kommisar erzählt die Frau, was passiert ist, und die dreiseitige Geschichte ist beendet. Zweites Beispiel: "Eine Leiche im Kofferraum". Im Kofferraum eines gerade gemieteten Autos findet die Mieterin eine Leiche. Die Polizei ermittelt den Vormieter, der ein Arbeitskollege des Toten war. Selbstverständlich verdächtigt die Polizei ihn, doch in seiner Einzelzelle kommt er zu dem Schluss, dass ihm jemand den Mord unterschieben will, findet sogar einen Beweis und schläft beruhigt ein. Ende der Geschichte. Wo bleibt die Spannung? Fazit
Der "Muse eines Schriftstellers" fehlt die Spannung total, stattdessen
hat Harry Stoll aber an Rechtschreibfehlern nicht gegeizt...
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